Ein bestehender Laden hat einen unschätzbaren Vorteil: Die Einrichtung steht, die Stammkunden kennen die Adresse und der Vermieter kennt den Betrieb. Doch genau diese scheinbare Einfachheit ist die größte Falle. Wer den Mietvertrag, den Inventarwert und die echte Kundenbindung nicht prüft, kauft oft ein Problem, das der Vorbesitzer loswerden wollte.

Eine Übernahme startet mit Stammkunden, eingeführtem Standort und vollständiger Einrichtung – das spart Jahre des Aufbaus.
Ab Tag eins kommen Stammkunden. Kein monatelanges Aufbauen einer Kundschaft – die Laufkundschaft kennt die Adresse bereits.
Lage ist im Einzelhandel alles. Ein etablierter Standort mit Passantenfrequenz ist nicht käuflich – außer durch Übernahme.
Historische BWA-Daten der letzten 3–5 Jahre sind für Banken belastbarer als reine Prognosen – günstigere Konditionen.
Ladeneinrichtung, Kassensystem und Warenbestand sind vorhanden. Du kaufst Zeit und vermeidest teure Erstinvestitionen.
Einzelhandel planen
Wenn du einen Handelsladen neu aufbauen möchtest, brauchst du statt einer Due Diligence ein passendes Waren- und Betriebsmodell – etwa für kuratierte Gebrauchtware oder einen verpackungsarmen Nachfüllalltag.
Im Einzelhandel ist die Lage alles – und die Lage ist an den Mietvertrag geknüpft. Kläre diese drei Fragen, bevor du irgendetwas anderes prüfst.
Viele Mietverträge enthalten eine Klausel, dass der Vermieter dem Mieterwechsel zustimmen muss. Hol dir die schriftliche Zusage des Vermieters, bevor du den Kaufvertrag unterschreibst.
Ein Laden mit einem Mietvertrag, der in 12 Monaten ausläuft, ist kaum finanzierbar. Idealerweise hat der Vertrag noch mindestens 5 Jahre Laufzeit oder eine gesicherte Verlängerungsoption.
Branchenüblicher Richtwert: Mietkosten sollten nicht mehr als 8–12 % des Nettoumsatzes ausmachen. Liegt die Miete darüber, ist das Geschäftsmodell strukturell unter Druck.
Der Kaufpreis setzt sich aus Inventarwert und Goodwill zusammen. Die entscheidende Frage: Gehört der Kundenstamm dem Laden oder dem Inhaber?
| Komponente | Beschreibung | Hinweis |
|---|---|---|
| Inventarwert (Zeitwert) | Zeitwert von Einrichtung, Kassensystem und Warenbestand – nicht der ursprüngliche Kaufpreis | Lass unabhängig bewerten |
| Ertragswert | Bereinigter Jahresgewinn × Kapitalisierungsfaktor – private Kosten des Inhabers herausrechnen | Entscheidende Kaufpreisbasis |
| Goodwill | Preis für Stammkunden, Standort und Markenname – 0,5- bis 1,5-facher Jahresgewinn im Einzelhandel | Nur gerechtfertigt bei struktureller Kundenbindung |
| Richtwert | Kleiner Laden: 20.000–80.000 €; etabliertes Fachgeschäft: 100.000–300.000 € | Stark abhängig von Standort und Mietvertrag |
Lass das Inventar durch einen unabhängigen Gutachter bewerten. Prüfe außerdem, ob Mietleasingverträge für Kassensysteme oder Kühlaggregate bestehen, die du automatisch übernimmst.
Der häufigste Fehler: Kaufvertrag unterschreiben, bevor die Mietvertragsübertragung gesichert ist. Ohne schriftliche Zustimmung des Vermieters ist die gesamte Übernahme wertlos – und der Kaufpreis verloren.
Wenn die Stammkunden nur wegen der persönlichen Beziehung zum Inhaber kommen, wirst du nach der Übernahme einen erheblichen Umsatzrückgang erleben. Prüfe, ob der Laden über eine eigene Online-Präsenz, Stammkundenkartei oder ein Loyalty-Programm verfügt.
Wenn du einen Laden mit Mitarbeitern übernimmst, trittst du automatisch in alle bestehenden Arbeitsverhältnisse ein. Prüfe vor der Übernahme genau, welche Arbeitsverträge, Urlaubsansprüche und ggf. Pensionszusagen bestehen.
Kaufpreise zwischen 20.000 und 300.000 Euro sind realistisch. Hinzu kommen Betriebsmittel und ein Puffer für erste Investitionen. Diese Wege stehen dir offen.
Bis 100.000 €, bis zu 100 % des Gesamtbedarfs – auch für Gründer mit wenig Eigenkapital geeignet
Für höheren Finanzierungsbedarf – zinsgünstig, tilgungsfreie Anlaufjahre möglich
Standardweg; Eigenkapital von 10–20 % empfohlen, Businessplan und Inventarbewertung erforderlich
Übernimmt bis zu 80 % des Kreditrisikos – wenn Sicherheiten fehlen
Altinhaber stundet Teil des Kaufpreises – senkt Liquiditätsbelastung in den ersten Jahren
50 % Zuschuss für Beratungskosten (Inventarbewertung, Due Diligence, Businessplan)
Laden finden
nexxt-change.org, IHK-Nachfolgebörse, DUB.de oder diskrete Vermittlung über die IHK als Übernahmeinteressent.
Erstgespräch & NDA
Vertraulichkeitsvereinbarung abschließen, erste Kennzahlen (BWA, Umsatz, Mitarbeiterzahl, Mietvertragslaufzeit) sichten.
Mietvertrag & Due Diligence
Mietvertragsübertragung als erstes klären. Dann: Inventarbewertung, BWA-Analyse, Kundenstamm-Prüfung (Online-Präsenz, Loyalty-Programm).
Finanzierung sichern
KfW-Antrag, Bürgschaft und ggf. Verkäuferdarlehen strukturieren. Bankgespräche mit vollständigem Businessplan führen.
Kaufvertrag & Gewerbeummeldung
Kaufvertrag abschließen (ggf. notariell), Gewerbe ummelden, Konzessionen prüfen (Apotheke, Waffen, Tabak).
Übergabephase (2–4 Monate)
Gemeinsam mit dem Altinhaber im Laden – Stammkunden aktiv vorstellen lassen, Lieferantenverträge übernehmen, Team binden.
Lass uns gemeinsam prüfen, ob dein Übernahme-Vorhaben auf einem soliden Fundament steht. Im kostenlosen Erstgespräch analysieren wir Mietvertrag, Kaufpreis und Finanzierung.
Du planst keinen Kauf, sondern einen kuratierten Gebrauchtwarenhandel von Grund auf? Dann hilft dir der Leitfaden Second-Hand-Laden eröffnen bei Ankauf, Kommission, Preislogik und Sortimentsrotation.
Kostenloses Erstgespräch buchenHinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts‑, Steuer‑ oder Finanzberatung. FoundingFits bietet keine Rechtsberatung oder Steuerberatung an. Für verbindliche Auskünfte wende dich bitte an einen Steuerberater, Rechtsanwalt oder eine andere fachkundige Stelle. Alle Angaben ohne Gewähr.