Die klassische Hausbank fordert 15–20 % Eigenkapital. Doch eine Firmenübernahme ohne eigenes Kapital ist in Deutschland absolut machbar – mit der richtigen Kombination aus Verkäuferdarlehen, Bürgschaftsbank, Earn-Out und Mezzanine-Kapital.

Eine Übernahme ohne Eigenkapital erfordert Financial Engineering – das intelligente Zusammenspiel mehrerer Instrumente, die sich gegenseitig verstärken.
Der Altinhaber stundet dir 10–30 % des Kaufpreises als Nachrangdarlehen. Du zahlst es aus den laufenden Gewinnen zurück. Banken werten es als wirtschaftliches Eigenkapital – das senkt ihr Risiko enorm und signalisiert: Der Verkäufer glaubt an den Nachfolger.
Bürgschaftsbanken sind Förderinstitute der Bundesländer. Sie bürgen gegenüber deiner Hausbank für bis zu 80 % der Kreditsumme. Die Hausbank trägt nur noch 20 % des Risikos – und ist deshalb bereit, auch ohne klassisches Eigenkapital zu finanzieren.
Du zahlst bei der Übergabe nur einen Basis-Kaufpreis (z. B. 70 %). Die restlichen 30 % werden nur fällig, wenn das Unternehmen in den nächsten 2–3 Jahren Umsatz- oder EBIT-Ziele erreicht. Das senkt deinen Sofortbedarf und motiviert den Altinhaber zur aktiven Unterstützung.
Ab ca. 1 Mio. Euro Kaufpreis kommen Mittelständische Beteiligungsgesellschaften (MBG) oder Mezzanine-Kapitalgeber ins Spiel. Das Kapital gilt bilanziell als Eigenkapital – ohne Stimmrechtsabgabe. Im Gegenzug erhält der Kapitalgeber eine erfolgsabhängige Vergütung (stille Beteiligung).
So sieht eine realistische Finanzierungsstruktur für einen profitablen Handwerksbetrieb mit einem Kaufpreis von 500.000 Euro aus.
| Finanzierungsbaustein | Anteil | Betrag | Funktion |
|---|---|---|---|
| KfW-Gründerkredit | 60 % | 300.000 € | Klassisches Bankdarlehen (Hausbank) |
| Bürgschaftsbank | (Sicherheit) | (240.000 €) | Sichert 80 % des KfW-Kredits ab |
| Verkäuferdarlehen | 20 % | 100.000 € | Nachrangig, wird als Eigenkapital gewertet |
| Earn-Out | 20 % | 100.000 € | Fällig in Jahr 3, zahlbar aus dem Cashflow |
| Eigenkapital | 0 % | 0 € | Nicht erforderlich |
In diesem Szenario musst du bei der Bank nur 300.000 € beantragen. Durch das Verkäuferdarlehen als Eigenkapitalersatz und die Bürgschaftsbank ist das Risiko für die Hausbank minimal.
Das Unternehmen muss aus dem laufenden Cashflow alle Kredite bedienen können. Faustregel: Der jährliche Cashflow sollte mindestens 130 % der Jahresrate betragen.
Da kein Eigenkapital als Sicherheit dient, muss der Businessplan lückenlos die Ertragskraft und die Kapitaldienstfähigkeit nachweisen. Professionelle Beratung ist hier zwingend.
Verkäuferdarlehen und Earn-Out setzen einen kooperativen Altinhaber voraus. Familienbetriebe in der Nachfolge sind hier oft offener als Finanzinvestoren.
Im kostenlosen Erstgespräch analysieren wir gemeinsam, welche Finanzierungsstruktur für dein Übernahme-Vorhaben realistisch ist – und wie du den Businessplan so aufstellst, dass Bank und Bürgschaftsbank überzeugt sind.
Kostenloses Erstgespräch buchenHinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts‑, Steuer‑ oder Finanzberatung. FoundingFits bietet keine Rechtsberatung oder Steuerberatung an. Für verbindliche Auskünfte wende dich bitte an einen Steuerberater, Rechtsanwalt oder eine andere fachkundige Stelle. Alle Angaben ohne Gewähr.