Kunden gewinnen als Gründer: So kommen deine ersten Aufträge

Von Maximilian Rothenberger, IHK-zertifizierter Gründungsberater · geprüft am 2.10.2026

Du hast ein gutes Angebot. Jetzt geht es darum, dass die richtigen Menschen davon erfahren, auf Wegen, die zu dir passen.

  • Kein Verkäufertyp? Gute Akquise heißt zuhören und Probleme lösen, nicht überreden.
  • Noch keine Referenzen? Erste Kunden aus deinem Umfeld liefern die ersten Empfehlungen.
  • Unsicher, was erlaubt ist? Für Anrufe und E-Mails gelten klare Regeln. Hier stehen sie.
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Gründer im Sakko spricht am Tisch mit Laptop mit einer Kundin

Kurz gesagt

Die ersten Kunden gewinnen Gründer meist über ihr eigenes Netzwerk, gezielte Direktansprache, Kooperationen und Empfehlungen. Online-Sichtbarkeit über Website und Google-Profil wirkt eher mittelfristig. Wichtig sind eine klare Zielgruppe, ein verständliches Angebot und eine feste Akquise-Routine. Für Anrufe und Werbe-E-Mails gelten Regeln aus dem Wettbewerbsrecht: Ohne Einwilligung sind sie gegenüber Privatkunden in der Regel unzulässig.

Netzwerk zuerst

Frühere Kollegen, Kunden und Bekannte sind für viele Gründer die schnellste Quelle für erste Aufträge.

Klare Zielgruppe

Je genauer du weißt, wen du suchst, desto leichter findest du diese Menschen und sprichst sie richtig an.

Empfehlungen anstoßen

Zufriedene Kunden empfehlen öfter, wenn du sie freundlich darum bittest.

Regeln kennen

Werbeanrufe und Werbe-E-Mails brauchen in vielen Fällen eine vorherige Einwilligung.

Erste Kunden

Wie gewinne ich Kunden?

Als Gründer gewinnst du Kunden am schnellsten über dein eigenes Netzwerk, Empfehlungen, Kooperationen und die gezielte Ansprache einzelner Wunschkunden. Frühere Kollegen, Auftraggeber und Bekannte sind oft die ersten Kunden. Erzähle konkret, was du anbietest und wem du helfen kannst. Website und Google-Profil wirken ergänzend, meist eher mittelfristig.

Eigenes Netzwerk

Persönliche Nachricht an Kontakte mit einem klaren Satz, was du anbietest und wen du suchst.

Kooperationen

Partner mit gleicher Zielgruppe, aber anderem Angebot, etwa Fotograf und Floristin.

Direktansprache

Ausgewählte Wunschkunden persönlich ansprechen, im Rahmen der rechtlichen Regeln.

Wie du Kontakte gezielt aufbaust, steht unter Networking für Gründer.

Selbstständige Gärtnerin gewinnt am Gartenzaun über ihr Netzwerk erste Kunden
Firmen oder Privatkunden

Wie erreicht man Geschäftskunden?

Geschäftskunden erreichst du vor allem über Netzwerk, Empfehlungen, Fachbeiträge, Branchenveranstaltungen und die gezielte Ansprache einzelner Betriebe. Bei Firmen entscheiden oft mehrere Personen, der Weg zum Auftrag dauert länger, Fachwissen und Referenzen zählen viel. Privatkunden entscheiden meist schneller. Auch die Regeln für Werbung unterscheiden sich, wie die Tabelle zeigt.

Firmenkunden (B2B)Privatkunden (B2C)
Entscheidungoft mehrere Personen, längermeist eine Person, schneller
Überzeugt durchNutzen in Zeit oder Geld, Fachwissen, ReferenzenVertrauen, Bewertungen, Sympathie, Preis
Typische WegeNetzwerk, Fachbeiträge, Veranstaltungen, DirektanspracheGoogle-Profil, Empfehlungen, Social Media, Website
Werbeanruf ohne Kontaktnur mit mutmaßlicher Einwilligungnur mit vorheriger ausdrücklicher Einwilligung

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Vorlagen und Checklisten für deinen nächsten Schritt

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Professionelles Angebot mit Leistungsbeschreibung, Bindefrist und Feld für die Auftragserteilung.

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Recht

Was ist bei Kaltakquise per Telefon, E-Mail und Brief erlaubt?

Das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb setzt klare Grenzen. Werbeanrufe bei Privatpersonen sind nur mit vorheriger ausdrücklicher Einwilligung erlaubt, bei Unternehmen braucht es mindestens eine mutmaßliche Einwilligung. Werbe-E-Mails sind grundsätzlich auch an Firmen nur mit vorheriger ausdrücklicher Einwilligung zulässig. Adressierte Briefe sind in der Regel erlaubt, solange niemand widersprochen hat.

WegPrivatkundenGeschäftskunden
Telefonnur mit vorheriger ausdrücklicher Einwilligungmit mindestens mutmaßlicher Einwilligung, also konkretem Bezug zum Betrieb
E-Mail, SMS, Messengernur mit vorheriger ausdrücklicher Einwilligunggrundsätzlich ebenfalls nur mit vorheriger ausdrücklicher Einwilligung
Bestandskunden per E-MailAusnahme unter engen VoraussetzungenAusnahme unter engen Voraussetzungen
Adressierter Briefin der Regel erlaubt, außer der Empfänger hat widersprochenin der Regel erlaubt, außer der Empfänger hat widersprochen

Grundlage: § 7 UWG. Dazu kommen die Regeln der DSGVO für die Nutzung von Adressdaten.

Im Zweifel nachfragen

Verstöße können Abmahnungen und Bußgelder nach sich ziehen. Eine Einwilligung von Privatpersonen in Werbeanrufe musst du dokumentieren und fünf Jahre aufbewahren (§ 7a UWG). Wenn du unsicher bist, ob ein Weg erlaubt ist, frag bei deiner IHK nach oder lass dich rechtlich beraten.
Direktansprache

Wie sprichst du Wunschkunden an, ohne aufdringlich zu wirken?

Erfolgreiche Ansprache ist persönlich, kurz und auf den Empfänger zugeschnitten. Zeige, dass du dich mit seinem Betrieb oder seiner Situation beschäftigt hast, und biete einen konkreten, kleinen nächsten Schritt an, etwa ein kurzes Gespräch. Massenmails wirken selten und sind rechtlich oft unzulässig. Lieber zehn gute Kontakte als hundert beliebige.

  1. 1

    Liste von Wunschkunden

    Zehn bis zwanzig Betriebe oder Personen auswählen, die wirklich zu deinem Angebot passen.
  2. 2

    Anknüpfungspunkt finden

    Gemeinsamer Kontakt, Veranstaltung, Fachbeitrag oder ein erkennbarer Bedarf.
  3. 3

    Erlaubten Weg wählen

    Persönliches Gespräch, Empfehlung, Brief oder bei Firmen ein Anruf mit konkretem Bezug.
  4. 4

    Kleinen nächsten Schritt anbieten

    Ein kurzes Kennenlernen statt sofort ein Angebot.
  5. 5

    Nachfassen und notieren

    Termin für die Rückmeldung vereinbaren und jeden Kontakt in einer einfachen Liste festhalten.
Empfehlungen

Wie bekommst du mehr Empfehlungen und Bewertungen?

Empfehlungen entstehen, wenn Kunden zufrieden sind und wissen, wen sie dir schicken können. Bitte nach einem gelungenen Auftrag direkt um eine Empfehlung oder eine Bewertung und mach es so einfach wie möglich, etwa mit einem Link. Echte Bewertungen schaffen Vertrauen. Gekaufte oder selbst geschriebene Bewertungen sind unlauter und gefährden deinen Ruf.

  • Sag konkret, wen du suchst: „Kennst du noch einen Betrieb, der gerade umzieht?“
  • Schick nach dem Auftrag einen direkten Link zu deinem Google-Unternehmensprofil.
  • Bedanke dich bei jeder Empfehlung, auch wenn kein Auftrag daraus wird.

Keine Gegenleistung für Bewertungen ohne Hinweis

Bewertungen, für die es eine Gegenleistung gab, dürfen nicht wie neutrale Bewertungen wirken. Viele Plattformen verbieten Anreize für Bewertungen ganz. Bitte deshalb einfach um ehrliches Feedback.
Friseurmeisterin verabschiedet eine zufriedene Stammkundin, die sie weiterempfiehlt
Angebot

Wie wird aus einer Anfrage ein Auftrag?

Aus Anfragen werden Aufträge, wenn du schnell reagierst, gut zuhörst und ein Angebot schickst, das das Problem des Kunden in seinen Worten beschreibt. Nenne einen klaren Preis und den nächsten Schritt. Frag nach, wenn du nach einigen Tagen nichts hörst. Viele Aufträge gehen nicht an den günstigsten Anbieter, sondern an den verlässlichsten.

  • Innerhalb eines Werktags antworten, auch wenn es nur eine kurze Bestätigung ist
  • Im Erstgespräch mehr fragen als erzählen
  • Angebot mit Ergebnis, Leistungsumfang, Preis und Zeitplan
  • Nachfassen mit festem Termin statt Warten
Routine

Wie baust du eine Akquise-Routine auf, die du durchhältst?

Akquise wirkt durch Regelmäßigkeit, nicht durch einzelne Aktionen. Reserviere feste Zeiten pro Woche, auch wenn gerade genug zu tun ist, denn sonst entsteht nach dem aktuellen Auftrag eine Lücke. Notiere alle Kontakte mit Stand und nächstem Schritt. Eine einfache Tabelle reicht dafür am Anfang völlig aus.

Kontakte

Pro Woche eine feste Zahl an Gesprächen oder Nachrichten an passende Kontakte.

Sichtbarkeit

Ein Beitrag, ein Fachartikel oder ein Termin in einem Netzwerk pro Woche.

Pflege

Bestehende Kunden nach Zufriedenheit fragen und an dich erinnern.

Welche Kanäle dafür infrage kommen, steht unter Marketingstrategie entwickeln und Online-Marketing für Gründer.

Stolperfallen

Welche Fehler kosten Gründer die meisten Aufträge?

Die häufigsten Fehler sind ein Angebot für alle, Texte über Eigenschaften statt über den Nutzen und Akquise nur dann, wenn das Geld knapp wird. Auch zu niedrige Preise schaden, weil sie Zweifel an der Qualität wecken und dich überlasten. Wer seine Zielgruppe kennt, findet leichter die richtigen Worte und Wege.

Das hilft

  • Eine klar beschriebene Zielgruppe
  • Nutzen in den Worten des Kunden
  • Feste Akquise-Zeiten jede Woche
  • Preise, die alle Kosten decken

Das bremst

  • „Ich mache alles für alle“
  • Fachbegriffe und Eigenschaften
  • Akquise nur in Auftragslöchern
  • Einstieg über den niedrigsten Preis

Ob es für dein Angebot genug Nachfrage gibt, prüfst du mit einer Marktanalyse.

Aus meiner Praxis

Die beste Absicherung sind erste Kunden vor dem offiziellen Start. Ein paar Gespräche mit möglichen Kunden sagen mehr über dein Angebot als jede Marktanalyse aus dem Internet.

– Maximilian Rothenberger, IHK-zertifizierter Gründungsberater

Förderung

Welche Förderung kommt für deine Gründung infrage?

Welche Förderung passt, hängt vor allem davon ab, ob du arbeitsuchend gemeldet bist, Arbeitslosengeld beziehst und was du investieren musst. Über jeden Antrag entscheidet die zuständige Stelle im Einzelfall.

Welche Förderung passt zu dir?Der Gründungsnavigator zeigt es dir in 2 Minuten, kostenlos und ohne Anmeldung.

AVGS-Gründungscoaching

Wenn du arbeitsuchend oder arbeitslos gemeldet bist, kann die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein ausstellen. Mit bewilligtem Gutschein ist das Gründungscoaching für dich kostenfrei.

AVGS-Gründercoaching

Gründungszuschuss

Beziehst du Arbeitslosengeld I und hast bei der Gründung noch mindestens 150 Tage Anspruch, kannst du den Gründungszuschuss beantragen. Er ist eine Ermessensleistung und setzt Businessplan und Tragfähigkeitsbescheinigung voraus.

Gründungszuschuss

Förderkredite

Für Investitionen und Betriebsmittel gibt es zinsgünstige Kredite, etwa den ERP-Gründerkredit der KfW über deine Hausbank. Eine Bank erwartet dafür einen schlüssigen Businessplan mit Finanzplan.

KfW-Gründerkredit
So begleite ich dich

Wie läuft das Gründungscoaching mit mir ab?

  1. 1

    Kostenloser Gründungscheck

    In 10 Minuten siehst du, wo du stehst und welcher nächste Schritt für dich sinnvoll ist.

  2. 2

    Förderung klären

    Ich sage dir, ob ein AVGS infrage kommt und wie du ihn bei Agentur für Arbeit oder Jobcenter ansprichst.

  3. 3

    Gemeinsam ausarbeiten

    Geschäftsmodell, Businessplan und Finanzplan, online oder vor Ort, in deinem Tempo.

  4. 4

    Sicher starten

    Du hast vollständige Unterlagen für Bank und Agentur für Arbeit und einen klaren Plan für die ersten Monate.

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FAQ

Häufige Fragen: Kunden gewinnen als Gründer

Wie schnell kann ich als Gründer mit den ersten Kunden rechnen?

Das hängt stark von Branche und Ausgangslage ab. Wer ein Netzwerk in der Zielgruppe hat, findet oft schneller erste Aufträge als jemand, der bei null beginnt. Deshalb lohnt es sich, schon vor dem offiziellen Start Gespräche mit möglichen Kunden zu führen.

Was darf es kosten, einen neuen Kunden zu gewinnen?

Rechne aus, was ein Kunde dir im Durchschnitt an Gewinn bringt, auch über Folgeaufträge. Die Kosten pro Neukunde sollten deutlich darunter liegen. Bei Netzwerk und Empfehlungen kostet die Akquise vor allem Zeit, bei Anzeigen solltest du die Kosten pro Anfrage von Anfang an messen.

Darf ich Kunden meines bisherigen Arbeitgebers ansprechen?

Solange du angestellt bist, darfst du deinem Arbeitgeber in der Regel keine Konkurrenz machen. Nach dem Ende gilt ein Wettbewerbsverbot nur, wenn es wirksam vereinbart ist, bei Angestellten in der Regel schriftlich, für höchstens zwei Jahre und mit einer Entschädigung. Kundenlisten oder andere Unterlagen des Arbeitgebers darfst du nicht mitnehmen. Prüfe deinen Vertrag und lass dich im Zweifel rechtlich beraten.

Ist es ein Problem, wenn ich anfangs nur einen großen Kunden habe?

Wirtschaftlich ist es riskant, weil dir mit diesem Kunden der ganze Umsatz wegbrechen kann. Arbeitest du dauerhaft nur für einen Auftraggeber, solltest du außerdem das Thema Scheinselbstständigkeit prüfen. Plane deshalb von Anfang an, weitere Kunden zu gewinnen.

Brauche ich eine Website, wenn meine Kunden über Empfehlungen kommen?

Ja, eine einfache Website lohnt sich trotzdem. Wer dich empfohlen bekommt, schaut meist zuerst online nach, ob du seriös wirkst und was du genau anbietest. Ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil erfüllt einen ähnlichen Zweck.

Kann ich meine Akquise im Gründungscoaching vorbereiten?

Ja. Zielgruppe, Angebot, Preis und der Weg zu den ersten Kunden gehören zum Businessplan und sind deshalb Teil des Gründungscoachings. Mit einem bewilligten AVGS ist das Coaching für dich kostenfrei.

Maximilian Rothenberger

Über den Autor

Maximilian Rothenberger

IHK-zertifizierter Gründungsberater · B.Sc. Wirtschaftspsychologie

Seit 2021 habe ich rund 50 Gründungsvorhaben begleitet, als Dozent und Coach seit 2016 über 10.000 Menschen unterrichtet und gecoacht. Ich kenne Gründung mit ihren Höhen und Rückschlägen aus eigener Erfahrung, und genau das fließt in jede Beratung ein.

Inhalt geprüft am 2.10.2026

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In 10 Minuten bekommst du Klarheit, wo du stehst und was bei Businessplan, Finanzierung und Förderung als Nächstes sinnvoll ist. Danach weißt du, ob und wie ich dich begleiten kann.

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Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts‑, Steuer‑ oder Finanzberatung. FoundingFits bietet keine Rechtsberatung oder Steuerberatung an. Für verbindliche Auskünfte wende dich bitte an eine Steuerberatung, eine Anwaltskanzlei oder eine andere zuständige Beratungsstelle. Alle Angaben ohne Gewähr.