Die Geschäftsidee steht, der Businessplan ist geschrieben und die Website ist online. Doch dann kommt die größte Herausforderung: Wie gewinne ich eigentlich meine ersten Kunden?
In diesem Ratgeber zeigen wir dir, wie du deine Zielgruppe richtig ansprichst, welche kostengünstigen Strategien wirklich funktionieren und warum du den Unterschied zwischen Kalt- und Warmakquise kennen musst.

Der häufigste Fehler bei der Kundengewinnung ist der Versuch, “jeden” ansprechen zu wollen. Wer jeden anspricht, erreicht am Ende niemanden. Bevor du mit der Akquise startest, musst du genau wissen, wer dein idealer Kunde ist und welches konkrete Problem du für ihn löst.
Geschäftskunden (B2B)
Business to Business
Im B2B-Bereich zählen rationale Argumente: Wie kannst du dem anderen Unternehmen helfen, Zeit zu sparen, Kosten zu senken oder den Umsatz zu steigern? Die Entscheidungswege sind oft länger, da meist mehrere Personen involviert sind. Persönlicher Kontakt, Vertrauen und Expertise stehen hier im Vordergrund.
Privatkunden (B2C)
Business to Consumer
Im B2C-Bereich spielen Emotionen, Markenimage und schnelle Bedürfnisbefriedigung eine viel größere Rolle. Kaufentscheidungen werden oft spontaner getroffen. Die Herausforderung liegt darin, aus der Masse herauszustechen und eine emotionale Bindung zur Zielgruppe aufzubauen.
Gerade in der Anfangsphase ist das Marketingbudget oft knapp. Konzentriere dich auf Maßnahmen, die mehr Zeit als Geld kosten.
Dein bestehendes Netzwerk ist die einfachste und günstigste Quelle für erste Aufträge. Sprich mit ehemaligen Kollegen, Arbeitgebern, Freunden und Bekannten über deine neue Selbstständigkeit. Selbst wenn diese Personen dein Angebot aktuell nicht benötigen, kennen sie vielleicht jemanden, der genau nach deiner Lösung sucht. Ein kurzes Update per E-Mail oder ein Post auf LinkedIn kann hier bereits Wunder wirken.
Zeige Gesicht und baue dir eine Expertenmarke auf. Für B2B-Gründer ist LinkedIn aktuell die stärkste Plattform. Teile dort dein Fachwissen, kommentiere Beiträge aus deiner Branche und vernetze dich mit potenziellen Kunden. Im B2C-Bereich sind Plattformen wie Instagram, TikTok oder Pinterest ideal, um deine Produkte visuell ansprechend zu präsentieren und eine Community aufzubauen.
Unterschätze nicht die Kraft des persönlichen Kontakts vor Ort. Besuche branchenspezifische Meetups, Gründer-Stammtische oder Unternehmernetzwerke (wie z.B. BNI). Suche zudem nach Kooperationspartnern, die die gleiche Zielgruppe haben, aber keine direkten Konkurrenten sind. Ein Hochzeitsfotograf kann beispielsweise hervorragend mit Floristen oder Event-Locations zusammenarbeiten und sich gegenseitig Kunden empfehlen.
Zufriedene Kunden sind deine besten Verkäufer. Wenn du einen Auftrag erfolgreich abgeschlossen hast, bitte deinen Kunden aktiv um eine Bewertung (z.B. auf Google My Business) oder eine Weiterempfehlung. Du kannst diesen Prozess auch durch kleine Anreize, wie einen Rabatt auf den nächsten Einkauf für jede erfolgreiche Vermittlung, unterstützen.
Statt Kunden aktiv hinterherzulaufen, sorgst du dafür, dass sie dich finden. Erstelle hochwertige Inhalte (Blogartikel, Ratgeber, Videos), die die Fragen und Probleme deiner Zielgruppe beantworten. Wenn du diese Inhalte für Suchmaschinen optimierst (SEO), baust du dir langfristig eine kostenlose Quelle für Neukunden auf.
Bei der Kundenakquise wird grundsätzlich zwischen zwei Ansätzen unterschieden, die du beide kennen solltest:
Bei der Kaltakquise sprichst du Personen oder Unternehmen an, zu denen bisher kein Kontakt bestand. Das klassische Beispiel ist der unangekündigte Anruf oder die Werbe-E-Mail.
Gezieltes Ansprechen von Wunschkunden möglich
Geringe Erfolgsquote, strenge rechtliche Hürden im B2C
Bei der Warmakquise hat der potenzielle Kunde bereits Interesse gezeigt oder Kontakt aufgenommen – z.B. über deinen Newsletter, Social Media oder deine Website.
Deutlich höhere Abschlusswahrscheinlichkeit
Sichtbarkeit aufbauen dauert länger
Unser Tipp: Für die meisten Gründer ist eine gesunde Mischung aus beiden Ansätzen ideal. Langfristig baust du dir durch Content und Netzwerken eine Inbound-Maschine auf, während du kurzfristig durch gezielte Direktansprachen (z.B. über LinkedIn) erste Aufträge generierst.
Kein klarer USP
Wenn du nicht in einem Satz erklären kannst, was dich von der Konkurrenz unterscheidet, wird es schwer, Kunden zu überzeugen.
Fokus auf Eigenschaften statt auf Nutzen
Kunden kaufen keine Produkte, sie kaufen Lösungen für ihre Probleme. Sprich nicht nur darüber, was dein Produkt kann, sondern was es dem Kunden bringt.
Mangelnde Ausdauer
Akquise ist ein Marathon, kein Sprint. Wer nach drei Absagen aufgibt, wird nicht erfolgreich sein. Bleib kontinuierlich sichtbar und baue Beziehungen auf.
Die richtige Strategie zur Kundengewinnung zu finden, ist oft ein Prozess von Versuch und Irrtum. Doch Fehler in der Akquise kosten Zeit und bares Geld. Bevor du teure Werbeanzeigen schaltest oder frustriert aufgibst, solltest du dir professionelle Unterstützung holen.
Im Rahmen unseres AVGS Gründercoachings erarbeiten wir gemeinsam mit dir eine passgenaue Vertriebs- und Marketingstrategie. Wir definieren deine Zielgruppe, schärfen dein Angebot und finden die Kanäle, die für dich wirklich funktionieren. Das Beste daran: Wenn du arbeitslos gemeldet bist oder von Arbeitslosigkeit bedroht bist, übernimmt die Agentur für Arbeit die Kosten zu 100 %.
Kostenloses Erstgespräch buchenDer schnellste Weg führt meist über das eigene Netzwerk. Sprich mit ehemaligen Kollegen, Freunden und Bekannten. Auch die direkte, persönliche Ansprache von Wunschkunden (z.B. über LinkedIn im B2B-Bereich) bringt oft schnellere Ergebnisse als das Warten auf Website-Besucher.
Das hängt stark von der gewählten Methode ab. Netzwerken, Social Media und SEO kosten vor allem Zeit. Bezahlte Werbeanzeigen (Google Ads, Facebook Ads) erfordern ein finanzielles Budget. Wichtig ist, die sogenannten Customer Acquisition Cost (CAC) im Blick zu behalten: Wie viel darf es kosten, einen neuen Kunden zu gewinnen, damit es sich noch rechnet?
Im B2C-Bereich (Privatkunden) ist Kaltakquise per Telefon oder E-Mail ohne vorherige, ausdrückliche Einwilligung (Opt-in) streng verboten. Im B2B-Bereich (Geschäftskunden) ist Telefonakquise unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt (mutmaßliches Interesse), E-Mail-Akquise ohne Einwilligung bleibt jedoch auch hier kritisch. Informiere dich hierzu immer über die aktuelle Rechtslage (UWG).
Sehr wichtig. Selbst wenn du Kunden über Social Media oder Empfehlungen gewinnst, werden diese fast immer nach deiner Website suchen, um sich abzusichern und mehr über dich zu erfahren. Eine professionelle Website schafft Vertrauen und ist das Fundament deines Online-Marketings.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts‑, Steuer‑ oder Finanzberatung. FoundingFits bietet keine Rechtsberatung oder Steuerberatung an. Für verbindliche Auskünfte wende dich bitte an einen Steuerberater, Rechtsanwalt oder eine andere fachkundige Stelle. Alle Angaben ohne Gewähr.