Welt verbessern und wirtschaftlich erfolgreich sein – erfahre, wie du dein Social Startup aufbaust, die richtige Rechtsform wählst und passende Fördermittel sicherst.

Ein Sozialunternehmen (Social Startup) unterscheidet sich in einem wesentlichen Punkt von klassischen Unternehmen: Der primäre Geschäftszweck ist die Lösung eines gesellschaftlichen oder ökologischen Problems. Während konventionelle Startups den finanziellen Gewinn maximieren wollen, steht beim Social Entrepreneurship der gesellschaftliche Mehrwert (Social Impact) im Fokus.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Sozialunternehmen keine Gewinne erzielen dürfen. Um langfristig unabhängig von Spenden und Fördergeldern zu agieren, müssen sie wirtschaftlich tragfähig sein. Die erwirtschafteten Gewinne fließen in der Regel direkt zurück in das Unternehmen, um die soziale Mission voranzutreiben.
Sozialer Mehrwert entsteht auf drei Ebenen:


Gesellschaftliches Problem identifizieren
Alles beginnt mit einer klaren Problemstellung. Welchen Missstand in der Gesellschaft oder Umwelt möchtest du beheben? Je präziser du das Problem und die betroffene Zielgruppe definierst, desto zielgerichteter kannst du deine Lösung entwickeln.
Tragfähiges Geschäftsmodell entwickeln
Eine gute Tat allein reicht nicht aus. Du musst ein Geschäftsmodell entwickeln, das Einnahmen generiert. Nutze Tools wie das Social Business Model Canvas, um deine Wertschöpfungskette, Kostenstruktur und Einnahmequellen darzustellen.
Passende Rechtsform wählen
Die Wahl der Rechtsform ist bei Sozialunternehmen besonders komplex. Du entscheidest dich zwischen dem gemeinnützigen und dem gewerblichen Sektor – diese Entscheidung beeinflusst deine Steuern, Finanzierungsmöglichkeiten und dein Image.
Finanzierung und Fördermittel sichern
Die Startfinanzierung ist für Social Entrepreneure oft die größte Hürde. Da klassische Investoren oft zu geringe Renditen erwarten, musst du alternative Wege gehen: Stiftungen, Crowdfunding, Impact-Investoren oder staatliche Fördermittel.
Netzwerk und Kooperationen aufbauen
Im sozialen Sektor ist Konkurrenzdenken fehl am Platz. Vernetze dich frühzeitig mit anderen Sozialunternehmern, NGOs und staatlichen Stellen. Kooperationen verleihen deinem Projekt Glaubwürdigkeit und Reichweite.
Ein weit verbreiteter Irrtum: Sozialunternehmen müssen nicht zwingend gemeinnützig sein. Geschäftsmodell und Rechtsform sind zwei getrennte Paar Schuhe.
GmbH / UG
Gewerblich
Steuern
Reguläre Körperschaft- und Gewerbesteuer
Gewinnausschüttung
Gewinne können an Gesellschafter ausgeschüttet werden
Spenden
Keine Spendenquittungen möglich
Flexibilität
Volle unternehmerische Freiheit
gGmbH / gUG
Gemeinnützig
Steuern
Befreit von Körperschaft- und Gewerbesteuer
Gewinnausschüttung
Keine Ausschüttung erlaubt – Gelder bleiben im Unternehmen
Spenden
Darf Spendenquittungen ausstellen
Flexibilität
Strenge Auflagen des Finanzamts
e.V.
Eingetragener Verein
Steuern
Befreit von Körperschaft- und Gewerbesteuer
Gewinnausschüttung
Keine Ausschüttung erlaubt
Spenden
Darf Spendenquittungen ausstellen
Flexibilität
Ideal für ehrenamtliche Projekte, weniger für skalierbare Unternehmen
Wenn du volle unternehmerische Freiheit möchtest und dir die Option offenhalten willst, Gewinne auszuschütten, ist die GmbH oder UG die beste Wahl. Für Steuervorteile und Spendenquittungen bietet sich die gGmbH an.
Die Finanzierung eines Social Startups erfordert oft Kreativität. Klassische Bankkredite oder Venture-Capital-Fonds fallen häufig weg, da sie hohe finanzielle Renditen erwarten. Fokussiere dich auf Impact-Investoren, die neben dem finanziellen Return vor allem den Social Return on Investment (SROI) bewerten.
Impact-Investoren
Investoren, die neben dem finanziellen Return vor allem den Social Return on Investment (SROI) bewerten. Ideal für skalierbare Social Startups.
Crowdfunding
Hervorragendes Instrument, um Startkapital einzusammeln, gleichzeitig eine Community aufzubauen und die Marktakzeptanz zu testen.
Stiftungsgelder
Viele Stiftungen fördern gezielt soziale und ökologische Projekte. Recherchiere passende Stiftungen und reiche gezielte Förderanträge ein.
AVGS-Gründercoaching
Wenn du aus der Arbeitslosigkeit heraus gründest, übernimmt die Agentur für Arbeit die Kosten für professionelles Gründungscoaching zu 100 %.
Gründungszuschuss
Sichert dir in der kritischen Startphase deinen Lebensunterhalt, sodass du dich voll auf deine soziale Mission konzentrieren kannst.
KfW-Kredite
Die KfW bietet zinsgünstige Kredite für Gründer an. Auch Social Startups können diese Mittel für Investitionen und Betriebsmittel nutzen.
Tipp: Wenn du aus der Arbeitslosigkeit heraus gründest, übernimmt die Agentur für Arbeit die Kosten für ein AVGS-Gründercoaching zu 100 %. Zusätzlich kannst du den Gründungszuschuss beantragen, um deinen Lebensunterhalt in der Startphase zu sichern.

Nein. Ein Sozialunternehmen definiert sich über seinen gesellschaftlichen Zweck, nicht über seine Rechtsform. Du kannst ein Social Startup auch als ganz normale GmbH oder UG gründen. Die Gemeinnützigkeit (z. B. als gGmbH) bietet zwar Steuervorteile und ermöglicht das Sammeln von Spenden, verbietet aber die Ausschüttung von Gewinnen an die Gründer.
Ein Social Startup verdient Geld wie jedes andere Unternehmen auch: durch den Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen. Der Unterschied liegt darin, dass das Produkt selbst ein soziales Problem löst oder die Gewinne aus dem Verkauf in soziale Projekte reinvestiert werden.
Ja, absolut. Auch wenn du eine gemeinnützige Rechtsform (wie die gGmbH) wählst, darfst du dir als Geschäftsführer oder Angestellter ein branchenübliches Gehalt auszahlen. Lediglich die Ausschüttung von Unternehmensgewinnen (Dividenden) ist bei gemeinnützigen Unternehmen untersagt.
Neben speziellen Förderprogrammen von Stiftungen und Impact-Investoren stehen dir als Gründer die klassischen staatlichen Hilfen zu. Wenn du arbeitslos gemeldet bist, kannst du ein kostenloses AVGS-Gründercoaching in Anspruch nehmen und den Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit beantragen, um deinen Lebensunterhalt in der Startphase zu sichern.
In unserem AVGS-geförderten Coaching helfen wir dir, dein soziales Geschäftsmodell zu schärfen, einen überzeugenden Businessplan zu schreiben und die passenden Fördermittel zu sichern.
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