Ein eigenes Restaurant, eine Bar oder ein Imbiss – die Gastronomie ist für viele der Inbegriff der Selbstständigkeit. Die Übernahme eines bestehenden Betriebs scheint der perfekte Shortcut zu sein. Doch die Gastronomie ist eine der am stärksten regulierten Branchen: Pachtverträge, Gaststättenkonzession und HACCP-Pflichten entscheiden über Erfolg oder Scheitern.

Eine Übernahme startet mit Stammgästen, eingespieltem Team und funktionierender Küche – das spart Jahre des Aufbaus.
Ab Tag eins kommen Gäste. Kein monatelanges Aufbauen einer Stammkundschaft – die Küche läuft, die Kasse klingelt.
Erfahrene Köche und Servicekräfte, die die Abläufe kennen, sind das wertvollste Asset. Sie sichern die Qualität vom ersten Abend an.
Historische BWA-Daten der letzten 3–5 Jahre sind für Banken belastbarer als reine Prognosen – günstigere Konditionen beim Kredit.
Gewerbliche Küchengeräte, Kühlhäuser, Kassensystem und Mobiliar sind vorhanden. Du kaufst Zeit und vermeidest teure Erstinvestitionen.
Die Gaststättenerlaubnis ist personenbezogen und geht nicht automatisch auf dich über. Diese drei Szenarien sind entscheidend.
Wenn du keinen Alkohol ausschenkst, benötigst du keine Gaststättenerlaubnis – nur eine einfache Gewerbeanmeldung. Gilt für Cafés, Imbisse und alkoholfreie Restaurants.
Sobald du Wein, Bier oder Spirituosen anbietest, greift das Gaststättengesetz. Du musst Zuverlässigkeit, geordnete Vermögensverhältnisse und einen IHK-Unterrichtungsnachweis nachweisen.
Bei der Übernahme einer bestehenden Gaststätte kann die Behörde eine dreimonatige vorläufige Konzession erteilen. Das ermöglicht einen nahtlosen Übergang, während deine endgültigen Unterlagen geprüft werden.
Gastronomieunternehmen werden niedriger bewertet als andere Betriebe – wegen schwankender Ergebnisse, Standortabhängigkeit und Pachtstruktur.
| Komponente | Beschreibung | Hinweis |
|---|---|---|
| Substanzwert | Zeitwert von Küchengeräten, Mobiliar, Kassensystem und Warenbestand – hoher Wertverlust bei Gastro-Technik | Absolute Preisuntergrenze |
| Ertragswert | Bereinigter Jahresgewinn × Kapitalisierungsfaktor – typisch: 1,5- bis 3-faches des EBIT | Entscheidende Kaufpreisbasis |
| Goodwill | Preis für Stammgäste, Standort und Konzept – Vorsicht bei personengebundenem Goodwill | Warnsignal wenn sehr hoch |
| Pacht-Abschlag | Liegt die Pacht über 12 % des Umsatzes, ist ein Abschlag auf den Gesamtkaufpreis gerechtfertigt | Verhandlungshebel nutzen |
Lass die Küchentechnik durch einen unabhängigen Fachmann prüfen und erstelle einen Investitionsplan für die nächsten 5 Jahre, bevor du den Kaufvertrag unterzeichnest.
Ein Restaurant ohne gesicherten Standort ist wertlos. Kurze Restlaufzeit, fehlende Verlängerungsoption oder ein Vermieter, der den Vertrag nicht übertragen will – das sind die häufigsten Übernahme-Killer. Unterschreibe keinen Kaufvertrag, bevor du die schriftliche Zusage des Vermieters hast.
Wenn das Restaurant nur läuft, weil der Inhaber jeden Gast mit Namen kennt, kaufst du ein Charisma-Konzept. Sobald er geht, gehen die Stammgäste. Prüfe, ob das Konzept transferierbar ist – Speisekarte, Marke, Lage – oder ob der Wert an der Person hängt.
Du übernimmst alle Arbeitsverhältnisse zu den bisherigen Konditionen. Sind die Löhne über Marktniveau oder gibt es langjährige Mitarbeiter mit hohem Kündigungsschutz, kann das die Rentabilität dauerhaft belasten. Analysiere die Personalkosten-Quote (Ziel: unter 35 % des Umsatzes) vor dem Kauf.
Neben dem Kaufpreis musst du Kaution (2–3 Monatspachten), Renovierung, Betriebsmittel und eine Liquiditätsreserve einplanen. Diese Wege stehen dir offen.
Zinsgünstig, tilgungsfreie Anlaufjahre möglich – das wichtigste Instrument für Gastronomie-Übernahmen
Bis 100.000 €, bis zu 100 % des Gesamtbedarfs – für kleinere Gastronomie-Übernahmen geeignet
Standardweg; Eigenkapital von 10–20 % empfohlen, Businessplan und Pachtvertrag-Analyse erforderlich
Übernimmt bis zu 80 % des Kreditrisikos – senkt die Hürde für Gründer ohne ausreichende Sicherheiten
Altinhaber stundet Teil des Kaufpreises – senkt Liquiditätsbelastung in den ersten Jahren erheblich
50–80 % Zuschuss für Beratungskosten (Businessplan, Bewertungsgutachten, Due Diligence)
Betrieb finden
nexxt-change.org, IHK-Nachfolgebörse, Gastronomievereinigungen oder diskreter Kontakt zur IHK als Übernahmeinteressent.
Erstgespräch & NDA
Vertraulichkeitsvereinbarung abschließen, erste Kennzahlen (BWA, Umsatz, Pachtvertrag, Mitarbeiterzahl) sichten.
Pachtvertrag & Due Diligence
Schriftliche Zusage des Vermieters einholen. Küchentechnik durch Fachmann prüfen. HACCP-Konzept und Hygieneberichte analysieren.
Konzession beantragen
Vorläufige Erlaubnis nach § 11 GastG beantragen. IHK-Unterrichtungsnachweis (8 Stunden) absolvieren. Polizeiliches Führungszeugnis vorlegen.
Finanzierung sichern
KfW-Antrag, Bürgschaft und ggf. Verkäuferdarlehen strukturieren. Liquiditätsreserve für Kaution (2–3 Monatspachten) und Anlaufphase einplanen.
Übergabephase (2–4 Monate)
Gemeinsam mit dem Altinhaber – Rezepturen übernehmen, Team binden, Stammgäste aktiv übergeben, Lieferanten neu verhandeln.
Lass uns gemeinsam prüfen, ob dein Übernahme-Vorhaben auf einem soliden Fundament steht. Im kostenlosen Erstgespräch analysieren wir Kaufpreis, Pachtvertrag und Konzessionsfrage.
Kostenloses Erstgespräch buchenHinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts‑, Steuer‑ oder Finanzberatung. FoundingFits bietet keine Rechtsberatung oder Steuerberatung an. Für verbindliche Auskünfte wende dich bitte an einen Steuerberater, Rechtsanwalt oder eine andere fachkundige Stelle. Alle Angaben ohne Gewähr.