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Gründungsleitfaden Kosmetik & Beauty

Kosmetikstudio eröffnen: Voraussetzungen, Kosten & Förderung

Du willst dein eigenes Kosmetikstudio eröffnen? Kein Meisterbrief nötig – aber die richtigen Versicherungen, Genehmigungen und ein solider Businessplan sind entscheidend. Dieser Leitfaden zeigt dir alles, was du brauchst.

  • Kein Meisterbrief nötig – aber diese Nachweise schon
  • Kosten: Studio-Einrichtung, Geräte & Startkapital
  • BGW, Betriebshaftpflicht & alle Pflichtversicherungen
  • Gründungszuschuss, AVGS & KfW-Kredit nutzen
Kostenloses Erstgespräch buchen

Kosmetikstudio eröffnen: Schritt für Schritt

01

Businessplan & Konzept entwickeln

Definiere dein Leistungsangebot (klassische Kosmetik, Medical Beauty, Nails, Wimpern etc.), Zielgruppe und Preispositionierung. Ein solider Businessplan ist Grundlage für Fördermittel und Bankgespräche.

02

Qualifikation & Erlaubnisse klären

Kosmetik ist kein meisterpflichtiges Handwerk – du brauchst keinen Meisterbrief. Für bestimmte Behandlungen (z. B. Laser, Needling) sind jedoch Nachweise erforderlich. Gesundheitszeugnis nach §43 IfSG für alle Mitarbeiter.

03

Rechtsform wählen

Einzelunternehmen (einfach, volle Haftung) oder UG/GmbH (Haftungsbeschränkung). Für den Start ist das Einzelunternehmen meist ausreichend.

04

Gewerbeanmeldung & Finanzamt

Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt (ca. 20–50 €). Anmeldung beim Finanzamt, Steuernummer beantragen. Entscheide: Kleinunternehmerregelung (bis 22.000 € Jahresumsatz) oder reguläre Umsatzsteuer.

05

Räumlichkeiten & Ausstattung

Wähle einen Standort mit guter Erreichbarkeit. Mindestausstattung: Behandlungsliege, Kosmetikstuhl, Licht, Hygieneartikel. Achte auf Hygienevorschriften (RKI-Richtlinien, Desinfektionspläne).

06

Berufsgenossenschaft & Versicherungen

Anmeldung bei der BGW (Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege). Betriebshaftpflicht abschließen – besonders wichtig bei Behandlungen mit Allergierisiko.

Stundensatz als selbstständige Kosmetikerin: Was ist realistisch?

Viele Kosmetikerinnen unterschätzen, wie hoch ihr Stundensatz sein muss, um profitabel zu arbeiten. Berücksichtige alle Kosten: Miete, Versicherungen, Materialien, Steuern und Rücklagen.

50–80 €/Std.
Klassische Kosmetik
Gesichtsbehandlungen, Maniküre
60–100 €/Std.
Wimpern & Brauen
Lash Lifting, Browlamination
80–150 €/Std.
Medical Beauty
Needling, Peeling, Anti-Aging

Versicherungen für Kosmetikstudios: Pflicht & Empfehlung

Betriebshaftpflichtversicherung

Pflicht

Deckt Schäden an Kunden ab – z. B. allergische Reaktionen auf Kosmetikprodukte, Verbrennungen durch Laser oder Waxing, Verletzungen.

Krankenversicherung

Pflicht

Als Selbstständige wählst du zwischen gesetzlicher (freiwillig) und privater Krankenversicherung.

BGW (Berufsgenossenschaft)

Pflicht

Gesetzliche Unfallversicherung für Mitarbeiter – Pflicht. Für dich als Inhaberin freiwillig, aber empfohlen.

Produkthaftpflichtversicherung

Empfohlen

Wenn du eigene Produkte verkaufst oder weiterverarbeitest, bist du für Schäden haftbar. Diese Versicherung schützt dich.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Empfohlen

Sichert dein Einkommen ab, falls du deinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kannst.

Inhaltsversicherung

Empfohlen

Schützt Behandlungsgeräte, Einrichtung und Lagerware vor Diebstahl, Feuer und Wasserschäden.

Spezialisierungen: Wie du dich als Kosmetikerin abhebst

Medical Beauty & Anti-Aging

Hyaluron-Behandlungen, Microneedling, Peeling – hochwertige Leistungen mit deutlich höheren Preisen.

Nail Art & Nagelstudio

Gel, Shellac, Nail Art – treue Stammkunden, planbare Termine, gute Margen.

Wimpern & Brauen

Wimpernverlängerung, Lash Lifting, Browlamination – schnell erlernbar, hohe Nachfrage.

Mobiles Kosmetikstudio

Hausbesuche bei Kunden – niedrige Fixkosten, flexible Zeiteinteilung, wachsende Nachfrage.

Fördermittel für Kosmetik-Gründer 2026

Gründungszuschuss (ALG I)

6 Monate ALG I plus 300 € Pauschale. Voraussetzung: Mind. 150 Tage Restanspruch auf ALG I.

Einstiegsgeld (Bürgergeld)

Zuschuss zur Sicherung des Lebensunterhalts in der Startphase für Gründer mit Bürgergeld-Bezug.

KfW-Gründerkredit (ERP-StartGeld)

Zinsgünstige Darlehen bis 125.000 € – ideal für Studio-Einrichtung und Geräte.

BAFA-Beratungsförderung

Bis zu 3.200 € Zuschuss für professionelle Unternehmensberatung in der Gründungsphase.

AVGS-Gründungscoaching

Mit dem Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) erhältst du ein gefördertes 1:1-Coaching zur Erstellung deines Businessplans – 100 % kostenlos.

Häufige Fragen zum Kosmetikstudio eröffnen

Brauche ich eine Ausbildung für ein Kosmetikstudio?+
Kosmetik ist kein meisterpflichtiges Handwerk – du brauchst keinen Meisterbrief. Eine abgeschlossene Ausbildung als Kosmetikerin ist empfohlen, aber nicht gesetzlich vorgeschrieben. Für bestimmte Behandlungen (Laser, Needling, Permanent Make-up) sind jedoch spezifische Nachweise und Zertifizierungen erforderlich.
Was kostet die Eröffnung eines Kosmetikstudios?+
Die Startkosten variieren: Ein kleines Studio (1–2 Behandlungsplätze) kostet ca. 5.000–20.000 €. Größte Kostenpunkte: Behandlungsliegen und -stühle, Geräte (Ultraschall, Laser etc.), Einrichtung und Erstausstattung mit Produkten. Mobile Kosmetik ist deutlich günstiger (ab ca. 2.000 €).
Welche Versicherungen brauche ich als Kosmetikerin?+
Pflicht: Betriebshaftpflichtversicherung (deckt allergische Reaktionen, Verbrennungen etc.), Krankenversicherung, BGW für Mitarbeiter. Empfohlen: Produkthaftpflicht (wenn du Produkte verkaufst), Berufsunfähigkeitsversicherung, Inhaltsversicherung.
Was ist die BGW und muss ich mich dort anmelden?+
Die BGW (Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege) ist die gesetzliche Unfallversicherung für Kosmetikstudios. Die Anmeldung ist Pflicht für alle Arbeitgeber – auch wenn du nur einen Minijobber beschäftigst.
Wie hoch sollte mein Stundensatz als selbstständige Kosmetikerin sein?+
Ein profitabler Stundensatz liegt je nach Region und Spezialisierung zwischen 50–90 €. Medical Beauty und Anti-Aging-Behandlungen erzielen 80–150 € pro Stunde. Wichtig: Berechne alle Kosten (Miete, Versicherungen, Materialien, Steuern) in deinen Preis ein.
Brauche ich ein Gesundheitszeugnis?+
Ja – alle Personen, die im Kosmetikstudio tätig sind und direkten Kundenkontakt haben, benötigen eine Belehrung nach §43 IfSG (Infektionsschutzgesetz). Diese wird beim Gesundheitsamt ausgestellt.
Kann ich den Gründungszuschuss als Kosmetikerin beantragen?+
Ja, wenn du ALG I beziehst und mindestens 150 Tage Restanspruch hast. Du benötigst einen Businessplan und eine Tragfähigkeitsbescheinigung. Mit dem AVGS-Gründungscoaching kannst du beides kostenlos erstellen lassen.
Lohnt sich ein mobiles Kosmetikstudio?+
Ja – besonders für den Einstieg. Niedrige Fixkosten (kein Studio, keine Miete), flexible Arbeitszeiten und wachsende Nachfrage. Nachteil: Anfahrtszeiten, begrenzter Kundendurchsatz und eingeschränktes Leistungsangebot (keine schweren Geräte).

Jetzt Kosmetikstudio gründen – mit professioneller Unterstützung

Buche dein kostenloses Erstgespräch. Wir klären, welche Fördermittel dir zustehen, und begleiten dich von der Idee bis zur Eröffnung.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts‑, Steuer‑ oder Finanzberatung. FoundingFits bietet keine Rechtsberatung oder Steuerberatung an. Für verbindliche Auskünfte wende dich bitte an einen Steuerberater, Rechtsanwalt oder eine andere fachkundige Stelle. Alle Angaben ohne Gewähr.