Ob Treppen, Geländer, Brandschutztüren oder komplexe Stahlkonstruktionen – der Metallbau ist krisensicher und vielseitig. Doch der Weg in die Selbstständigkeit ist an strenge Vorgaben geknüpft: Meisterpflicht, hohe Investitionskosten und die BGHM-Pflichtmitgliedschaft warten auf dich.
Die Baubranche schwankt, doch der Metallbau bleibt stabil. Der Grund ist die enorme Vielseitigkeit des Gewerks. Wer sich heute als Metallbauer selbstständig macht, sollte sich jedoch nicht als „Mädchen für alles" positionieren, sondern lukrative Nischen besetzen.
Außerdem wichtig: Umgangssprachlich wird oft noch von der „Schlosserei" gesprochen. Rechtlich existiert dieser Beruf jedoch seit 1989 nicht mehr. Er wurde durch den Metallbauer (mit Fachrichtungen wie Konstruktionstechnik, Metallgestaltung oder Nutzfahrzeugbau) abgelöst. Du gründest also offiziell einen Metallbaubetrieb.
Zukunftsmärkte im Metallbau

Der Metallbauer ist in der Anlage A der Handwerksordnung (HwO) gelistet. Das bedeutet: strikte Meisterpflicht. Du darfst dich nur dann als Metallbauer selbstständig machen, wenn du die Meisterprüfung erfolgreich bestanden hast.
Wichtig: Wer ohne Meisterbrief und ohne Ausnahmegenehmigung einen Metallbaubetrieb führt, begeht Schwarzarbeit. Dies kann mit Bußgeldern bis zu 10.000 Euro und Betriebsschließungen geahndet werden.
Gesellenprüfung als Metallbauer + mindestens 6 Jahre Berufserfahrung (davon 4 Jahre in leitender Position mit Personal- und Budgetverantwortung) + betriebswirtschaftliche Kenntnisse.
Du gründest das Unternehmen (z.B. als GmbH) und stellst einen Metallbauermeister als technischen Betriebsleiter in Vollzeit ein. Er übernimmt die fachliche Verantwortung, du die kaufmännische Geschäftsführung.
In seltenen Härtefällen (z.B. aus gesundheitlichen oder extremen finanziellen Gründen) kann die Handwerkskammer eine Ausnahme erteilen. Diese Regelung wird in der Praxis sehr restriktiv gehandhabt.

Als Metallbauer trägst du hohe Verantwortung. Diese Pflichten und Zertifizierungen musst du kennen.
Existenziell! Deckt Personen- und Sachschäden ab (z. B. Funkenflug beim Schweißen oder fehlerhafte Geländer). Schweißarbeiten auf fremden Grundstücken müssen explizit mitversichert sein.
Gesetzliche Pflicht. Du musst dich als Metallbauer bei der BGHM anmelden. Sie ist der Träger der gesetzlichen Unfallversicherung für dich und deine Mitarbeiter.
Hilft bei Streitigkeiten mit Auftraggebern (z. B. Mängelrügen an Konstruktionen) oder Mitarbeitern.
Wenn du tragende Stahlbauteile (z.B. Balkone, Hallenkonstruktionen, Geländer als Teil der Gebäudestatik) herstellst, benötigst du zwingend eine Zertifizierung nach DIN EN 1090. Ohne dieses CE-Zertifikat darfst du solche Bauteile in Europa nicht in Verkehr bringen. Die Zertifizierung wird durch eine notifizierte Stelle (z.B. TÜV, DEKRA) durchgeführt und kostet je nach Umfang 2.000–8.000 €.
Aufgrund der hohen Haftungsrisiken im Metallbau (fehlerhafte Konstruktionen, Schweißfehler, Unfälle) ist die Wahl der Rechtsform besonders wichtig.
| Rechtsform | Haftung | Mindestkapital | Eignung |
|---|---|---|---|
| Einzelunternehmen | Unbeschränkt (auch Privatvermögen) | Kein Mindestkapital | Nur für den absoluten Start. Bei Konstruktionsversagen oder Unfällen haftest du mit deinem gesamten Privatvermögen. |
| GbR | Unbeschränkt (alle Gesellschafter solidarisch) | Kein Mindestkapital | Wenn du mit einem Partner gründest. Volles Risiko für das Privatvermögen beider Partner. |
| UG (haftungsbeschränkt) | Beschränkt auf Gesellschaftsvermögen | Ab 1 € (praktisch 5.000 €) | Bietet Haftungsschutz, aber oft schwer, damit Bankkredite für teure Maschinen zu bekommen. |
| GmbH | Beschränkt auf Gesellschaftsvermögen | 25.000 € | Die klare Empfehlung. Schützt das Privatvermögen und erleichtert die Finanzierung von Maschinen und Fuhrpark. |
Die Gründung eines Metallbaubetriebs erfordert ein solides Startkapital. Im Gegensatz zu reinen Dienstleistungsberufen benötigst du teure Maschinen, eine Werkstatt und Material.
| Kostenpunkt | Geschätzte Kosten (Netto) |
|---|---|
| Maschinen & Werkzeuge (Schweißgeräte, Sägen, Bohrmaschinen, Handwerkzeuge) | 25.000 € – 60.000 € |
| Werkstattausstattung (Werkbänke, Regale, Absauganlage, Schutzausrüstung) | 10.000 € – 25.000 € |
| Transporter / Pritschenwagen (gebraucht bis neu) | 15.000 € – 40.000 € |
| Büroausstattung & IT (PC, CAD-Software, Drucker) | 3.000 € – 8.000 € |
| Materialerstausstattung (Stahl, Edelstahl, Alu, Gase, Verbrauchsmaterial) | 5.000 € – 15.000 € |
| Gründungskosten (Notar bei GmbH, HWK, Gewerbeamt, Marketing) | 2.000 € – 5.000 € |
| Liquiditätsreserve (für die ersten 3–6 Monate) | 15.000 € – 30.000 € |
| Gesamtkosten | ca. 75.000 € – 183.000 € |
Tipp: Um die anfängliche Kapitalbindung zu reduzieren, kannst du teure Maschinen oder den Transporter leasen, anstatt sie direkt zu kaufen.
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