Bestattungsunternehmen gründen: Voraussetzungen, Recht & Kosten

Von Maximilian Rothenberger, IHK-zertifizierter Gründungsberater · geprüft am 1.10.2026

Du willst Menschen im schwersten Moment gut begleiten. Den Weg zum eigenen Bestattungshaus gehen wir gemeinsam: Recht, Räume, Kosten und Förderung.

  • Kein Meisterbrief? Bestatter ist ein zulassungsfreies Handwerk, ein Meister ist nicht vorgeschrieben.
  • Hohe Kosten für Kühlräume? Viele starten ohne eigene Kühlung und arbeiten mit Partnern vor Ort.
  • Keine Lust auf Papierkram? Businessplan, Finanzplan und Anträge machen wir zusammen.
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Bestatter im dunklen Anzug hört einer älteren Frau im Beratungsgespräch an einem Tisch mit Blumen zu

Kurz gesagt

Für ein Bestattungsunternehmen brauchst du keinen Meisterbrief. Bestatter ist ein zulassungsfreies Handwerk: Du meldest ein Gewerbe an und wirst bei der Handwerkskammer eingetragen. Für die tägliche Arbeit gelten das Bestattungsgesetz deines Bundeslandes und die Satzungen der Friedhöfe. Wer ohne eigene Kühlräume und mit gebrauchtem Fahrzeug startet, rechnet grob mit 50.000 bis 100.000 Euro, mit eigenen Räumen deutlich mehr.

Landesrecht

Fristen, Überführung und Beisetzung regelt das Bestattungsgesetz deines Bundeslandes.

Vertrauen

Kunden kommen fast immer über Empfehlung und Ruf. Das braucht Zeit und Präsenz vor Ort.

Fahrzeug und Räume

Bestattungswagen, Beratungsraum und Kühlung sind die großen Posten. Vieles geht anfangs über Partner.

Startkapital

Schlank grob 50.000 bis 100.000 Euro, mit eigenen Räumen und Kühlung bis rund 200.000 Euro.

Voraussetzungen

Brauche ich als Bestatter eine Ausbildung oder einen Meister?

Nein, vorgeschrieben ist beides nicht. Bestatter ist seit 2020 ein zulassungsfreies Handwerk nach Anlage B1 der Handwerksordnung. Du meldest ein Gewerbe an und wirst bei der Handwerkskammer in das Verzeichnis der zulassungsfreien Handwerke eingetragen. Fachwissen ist trotzdem unverzichtbar, denn du arbeitest mit Trauernden und mit vielen rechtlichen und hygienischen Vorgaben.

QualifikationWiePasst für
Bestattungsfachkraftdreijährige Ausbildung, seit 2007 anerkanntden klassischen Weg in die Branche
Geprüfter BestatterFortbildung mit Prüfung bei der HandwerkskammerQuereinsteiger mit Berufserfahrung
BestattermeisterMeisterprüfung (seit 2010), höchste Stufe der Branchealle, die ausbilden und wachsen wollen

Freiwillige Qualifikationen. Kunden und Partner achten aber zunehmend darauf.

Erst fragen, dann planen

Ob dein Bundesland besondere Anforderungen an Räume, Fahrzeuge oder Abläufe stellt, erfährst du bei Gewerbeamt, Gesundheitsamt und Handwerkskammer. Ein kurzer Anruf vorab spart Umwege.
Recht

Welche Gesetze und Regeln gelten für Bestatter?

Das Bestattungsrecht ist Ländersache. Jedes Bundesland hat ein eigenes Bestattungsgesetz mit Regeln zu Fristen, Überführung, Sargpflicht und Beisetzung. Dazu kommen die Satzungen der Friedhöfe zu Grabarten und Ruhezeiten. Für eigene Versorgungs- und Kühlräume prüfen je nach Land Bauamt und Gesundheitsamt, ob die Räume die Vorgaben erfüllen.

  • Bestattungsgesetz des Landes: Fristen für Überführung und Beisetzung, Anforderungen an Fahrzeuge und Räume
  • Friedhofssatzungen: Grabarten, Ruhezeiten, Gebühren, Abläufe der Trauerfeier
  • Baurecht: Für Beratungs-, Versorgungs- und Kühlräume oft eine Nutzungsänderung oder Genehmigung
  • Arbeitsschutz: Beim Umgang mit Verstorbenen gelten Regeln zum Infektionsschutz. Mit Angestellten brauchst du eine Gefährdungsbeurteilung
  • Berufsgenossenschaft: Anmeldung innerhalb einer Woche nach dem Start
Ausstattung

Brauche ich eigene Kühlräume und einen Bestattungswagen?

Nicht unbedingt zum Start. Eigene Kühl- und Versorgungsräume sind teuer und brauchen oft Genehmigungen. Viele Gründer nutzen deshalb anfangs Einrichtungen vor Ort, etwa kommunale Leichenhallen oder Kooperationen mit anderen Bestattern. Ein Bestattungswagen ist dagegen fast immer nötig. Gebraucht oder geleast senkt er den Kapitalbedarf deutlich.

Kläre vor der Planung, welche Einrichtungen in deiner Region genutzt werden können und zu welchen Bedingungen. Das entscheidet, wie groß deine Räume sein müssen.

Für Überführungen über weite Strecken arbeiten viele Bestatter mit spezialisierten Überführungsdiensten zusammen. So musst du nicht jede Fahrt selbst übernehmen.

Bestattungswagen vor einer kommunalen Friedhofshalle, die Gründer anfangs mitnutzen können
Startkapital

Was kostet die Gründung eines Bestattungsunternehmens?

Mit einem schlanken Start ohne eigene Kühlräume und mit gebrauchtem Bestattungswagen rechnest du grob mit 50.000 bis 100.000 Euro. Mit eigenen Versorgungsräumen, Kühlung und neuem Fahrzeug können es 100.000 bis 200.000 Euro werden. Darin steckt eine Reserve, weil du Kosten wie Friedhofsgebühren oft vorlegst, bevor die Familie zahlt.

KostenpositionSchlanker StartMit eigenen Räumen
Bestattungswagenetwa 18.000 – 45.000 € gebrauchtetwa 35.000 – 80.000 € neu
Beratungsraum, Ausstellung, Einrichtung8.000 – 15.000 €15.000 – 40.000 €
Kühlzelle und Versorgungsraumentfällt, Nutzung vor Ort15.000 – 30.000 €
Särge, Urnen, Wäsche als Erstausstattung5.000 – 10.000 €10.000 – 20.000 €
Software, Website, Drucksachen2.000 – 5.000 €3.000 – 7.000 €
Reserve für Vorleistungen und Anlaufzeit15.000 – 25.000 €20.000 – 30.000 €
Gesamtgrob 50.000 – 100.000 €grob 100.000 – 200.000 €

Grobe Richtwerte, abgeglichen mit Gründerportalen. Die Werte hängen stark von Region, Immobilie, Neu- oder Gebrauchtkauf und deinem Angebot ab.

Wie du Vorleistungen und Zahlungseingänge sauber planst, zeigt der Businessplan.

Angebot

Womit kann ich mich als Bestatter unterscheiden?

Mit persönlicher Begleitung und einem Angebot, das zu den Wünschen der Familien passt. Urnenbestattungen machen heute den größten Teil aus, und viele Angehörige wünschen sich eine Feier, die zum Leben des Verstorbenen passt. Wer hier gut berät, wird weiterempfohlen. Der Preis allein überzeugt in dieser Branche selten.

Persönliche Trauerfeiern

Weltliche Reden, Musik, Fotos und Dekoration, abgestimmt auf die Familie.

Natur- und Seebestattung

Bestattung in Bestattungswäldern oder auf See, über Kooperationen mit den Anbietern.

Hilfe nach der Bestattung

Unterstützung bei Abmeldungen, Kündigungen von Verträgen und Online-Konten.

Wie selbstständige Trauerredner arbeiten, steht unter Trauerredner werden.

Bestatterin gestaltet eine persönliche Urnenfeier, um sich mit ihrem Angebot zu unterscheiden
Vorsorge

Was muss ich bei der Bestattungsvorsorge beachten?

Bestattungsvorsorge ist ein stabiles Geschäftsfeld, weil Menschen ihre Bestattung zu Lebzeiten planen und bezahlen. Das Geld gehört aber nicht auf dein Betriebskonto. Seriös ist eine treuhänderische Anlage, die auch bei einer Insolvenz deines Betriebs geschützt ist. Wer Sterbegeldversicherungen vermitteln will, klärt vorher mit der IHK, ob eine Erlaubnis nötig ist.

  • Wünsche und Leistungen schriftlich in einem Vorsorgevertrag festhalten
  • Vorsorgegeld treuhänderisch und getrennt vom Betriebsvermögen anlegen
  • Preise und Änderungen über die Jahre klar regeln
  • Für die Vermittlung von Versicherungen die Erlaubnisfrage vorab klären
Übernahme

Gründen oder ein bestehendes Bestattungshaus übernehmen?

Eine Übernahme kann der schnellere Weg sein, weil Name, Räume, Fahrzeug und Vertrauen schon da sind. Auch in dieser Branche suchen inhabergeführte Häuser eine Nachfolge. Der Kaufpreis sollte sich am künftigen Ertrag orientieren, nicht am Inventar. Prüfe vorher die Zahlen der letzten Jahre, offene Vorsorgeverträge und den Zustand von Räumen und Fahrzeugen.

  • Angestellte gehen bei einer Betriebsübernahme in der Regel mit über (§ 613a BGB).
  • Bestehende Vorsorgeverträge und Treuhandkonten genau prüfen.
  • Eine Übergangszeit, in der Vorgänger und Nachfolger gemeinsam auftreten, hält das Vertrauen der Familien.

Wie du einen Betrieb übernimmst und bewertest, steht unter Firma übernehmen und Unternehmensnachfolge.

Aus meiner Praxis

Gewinn ist nicht gleich Geld auf dem Konto. Rechnungen werden oft erst nach Wochen bezahlt, Material und Miete sind sofort fällig. Deshalb plane ich mit Gründern immer einen Liquiditätsplan Monat für Monat.

– Maximilian Rothenberger, IHK-zertifizierter Gründungsberater

Förderung

Welche Förderung kommt für deine Gründung infrage?

Welche Förderung passt, hängt vor allem davon ab, ob du arbeitsuchend gemeldet bist, Arbeitslosengeld beziehst und was du investieren musst. Über jeden Antrag entscheidet die zuständige Stelle im Einzelfall.

Welche Förderung passt zu dir?Der Gründungsnavigator zeigt es dir in 2 Minuten, kostenlos und ohne Anmeldung.

AVGS-Gründungscoaching

Wenn du arbeitsuchend oder arbeitslos gemeldet bist, kann die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein ausstellen. Mit bewilligtem Gutschein ist das Gründungscoaching für dich kostenfrei.

AVGS-Gründercoaching

Gründungszuschuss

Beziehst du Arbeitslosengeld I und hast bei der Gründung noch mindestens 150 Tage Anspruch, kannst du den Gründungszuschuss beantragen. Er ist eine Ermessensleistung und setzt Businessplan und Tragfähigkeitsbescheinigung voraus.

Gründungszuschuss

Förderkredite

Für Investitionen und Betriebsmittel gibt es zinsgünstige Kredite, etwa den ERP-Gründerkredit der KfW über deine Hausbank. Eine Bank erwartet dafür einen schlüssigen Businessplan mit Finanzplan.

KfW-Gründerkredit

Der ERP-Gründerkredit StartGeld der KfW finanziert laut KfW bis zu 200.000 Euro, auch für die Übernahme eines Betriebs. Eigenkapital ist dafür nicht erforderlich (Stand Februar 2026).

Fehlen dir Sicherheiten für Fahrzeug oder Kaufpreis, kann eine Bürgschaft der Bürgschaftsbank deines Bundeslandes helfen. Den Antrag stellt in der Regel deine Hausbank.

So begleite ich dich

Wie läuft das Gründungscoaching mit mir ab?

  1. 1

    Kostenloser Gründungscheck

    In 10 Minuten siehst du, wo du stehst und welcher nächste Schritt für dich sinnvoll ist.

  2. 2

    Förderung klären

    Ich sage dir, ob ein AVGS infrage kommt und wie du ihn bei Agentur für Arbeit oder Jobcenter ansprichst.

  3. 3

    Gemeinsam ausarbeiten

    Geschäftsmodell, Businessplan und Finanzplan, online oder vor Ort, in deinem Tempo.

  4. 4

    Sicher starten

    Du hast vollständige Unterlagen für Bank und Agentur für Arbeit und einen klaren Plan für die ersten Monate.

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FAQ

Häufige Fragen: Bestattungsunternehmen gründen

Kann ich als Quereinsteiger Bestatter werden?

Ja. Für ein Bestattungsunternehmen ist in der Regel kein Meisterbrief und kein bestimmter Abschluss vorgeschrieben. Fachwissen zu Bestattungsrecht, Hygiene und dem Umgang mit Trauernden brauchst du trotzdem. Viele holen das über eine Fortbildung oder eine Zeit als Angestellte in einem Bestattungshaus nach.

Wie gewinne ich als neuer Bestatter Kunden?

Vertrauen entsteht vor Ort. Gute Kontakte zu Pflegeheimen, Hospizen, Kliniken, Pfarreien und Trauerrednern sind wichtig, ebenso eine ruhige, klare Website und ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil. Vorträge zur Bestattungsvorsorge helfen, bekannt zu werden, bevor jemand dich im Trauerfall braucht.

Was ist der Unterschied zwischen Bestatter und Trauerredner?

Der Bestatter organisiert die gesamte Bestattung: Überführung, Versorgung, Formalitäten, Trauerfeier und Beisetzung. Ein Trauerredner schreibt und hält die Rede bei der Feier und arbeitet oft freiberuflich. Viele Bestatter vermitteln feste Trauerredner an die Angehörigen.

Welche Rechtsform passt für ein Bestattungsunternehmen?

Viele starten als Einzelunternehmen, weil es einfach und günstig ist. Mit Fahrzeug, eigenen Räumen und Angestellten lohnt sich der Blick auf eine GmbH oder UG, die das Privatvermögen besser schützt. Welche Form passt, hängt von Risiko, Kapital und Steuern ab.

Kann ich ein Bestattungsunternehmen nebenberuflich führen?

Das ist schwierig, weil Sterbefälle zu jeder Uhrzeit gemeldet werden und Angehörige schnell Hilfe brauchen. Möglich ist ein Start mit Partnern, die Bereitschaft und Überführungen übernehmen. Plane genau, wie du erreichbar bist, bevor du deinem Arbeitgeber eine Nebentätigkeit meldest.

Kann ich das Gründungscoaching kostenlos bekommen?

Wenn du arbeitsuchend oder arbeitslos gemeldet bist, kann die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter einen AVGS für ein Gründungscoaching ausstellen. Mit bewilligtem Gutschein ist das Coaching für dich kostenfrei. Im Erstgespräch kläre ich mit dir, wie du den Gutschein ansprichst.

Maximilian Rothenberger

Über den Autor

Maximilian Rothenberger

IHK-zertifizierter Gründungsberater · B.Sc. Wirtschaftspsychologie

Seit 2021 habe ich rund 50 Gründungsvorhaben begleitet, als Dozent und Coach seit 2016 über 10.000 Menschen unterrichtet und gecoacht. Ich kenne Gründung mit ihren Höhen und Rückschlägen aus eigener Erfahrung, und genau das fließt in jede Beratung ein.

Inhalt geprüft am 1.10.2026

Du willst dein eigenes Bestattungsunternehmen gründen?

In 10 Minuten bekommst du Klarheit, wo du stehst und was bei Businessplan, Finanzierung und Förderung als Nächstes sinnvoll ist. Danach weißt du, ob und wie ich dich begleiten kann.

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Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts‑, Steuer‑ oder Finanzberatung. FoundingFits bietet keine Rechtsberatung oder Steuerberatung an. Für verbindliche Auskünfte wende dich bitte an eine Steuerberatung, eine Anwaltskanzlei oder eine andere zuständige Beratungsstelle. Alle Angaben ohne Gewähr.