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Freies Gewerbe – kein Meisterbrief

Bestattungsunternehmen
gründen 2026

Kein Meisterbrief, aber strenge Gesetze: Was du für die Gründung eines Bestattungsinstituts wirklich wissen musst – von den Landesbestattungsgesetzen bis zum Leichenwagen.

Freies Gewerbe
Krisensicherer Markt
Landesgesetze beachten
Leichenwagen ab 30.000 €
Voraussetzungen

Kein Meisterbrief – aber Fachwissen ist Pflicht

Das Bestattungsgewerbe ist in Deutschland ein freies Gewerbe. Es unterliegt weder der Meisterpflicht nach der Handwerksordnung (HwO) noch gibt es gesetzlich vorgeschriebene Ausbildungsnachweise. Theoretisch kann jeder ein Gewerbe als Bestatter anmelden.

Vorsicht: Auch wenn der Gesetzgeber keine formale Qualifikation verlangt, ist Fachwissen in der Praxis unerlässlich. Du hast es mit trauernden Menschen in psychologischen Ausnahmesituationen zu tun und musst komplexe rechtliche und hygienische Vorschriften einhalten.

Um die Qualität in der Branche zu sichern, gibt es anerkannte Qualifikationen, die du als Gründer anstreben solltest:

Bestattungsfachkraft

3 Jahre Ausbildung

Anerkannter Ausbildungsberuf seit 2003. Fundierte Grundlage für alle Bereiche des Bestattungsgewerbes.

Geprüfter Bestatter

Fortbildung für Quereinsteiger

Ideal für Quereinsteiger. Vermittelt Rechtsaspekte, hygienische Versorgung, Trauerpsychologie und Betriebswirtschaft.

Bestattermeister (Funeralmaster)

Höchste Qualifikation

Die höchste Qualifikationsstufe in der Branche. Schafft maximales Vertrauen bei Kunden und Kooperationspartnern.

Ein offizieller Titel oder das Markenzeichen des Bundesverbandes Deutscher Bestatter e.V. schafft Vertrauen bei den Kunden – dem wichtigsten Gut in dieser Branche.

Zukunftsmärkte

Nischen & Wachstumsmärkte für Bestatter

Die Gewinnmargen bei klassischen Bestattungen sinken durch den Trend zur Urnenbestattung (über 50 % aller Beisetzungen). Moderne Bestatter müssen sich zunehmend als Eventmanager für den letzten Abschied verstehen.

🌿

Individuelle Trauerfeiern

Weltliche Rednervermittlung, besondere musikalische Begleitung und individuelle Dekoration. Wachsendes Segment durch sinkende Kirchenbindung.

🌳

Alternative Bestattungsformen

Baumbestattungen (FriedWald), Seebestattungen oder Diamantbestattungen. Differenzierung vom Standardangebot.

💻

Digitale Nachlassverwaltung

Unterstützung bei der Kündigung von Social-Media-Accounts, Abos und Verträgen. Modernes Zusatzangebot.

📋

Bestattungsvorsorge

Immer mehr Menschen planen und finanzieren ihre eigene Beerdigung zu Lebzeiten. Stabiles Geschäftsfeld mit Planungssicherheit.

Genehmigungen & Gesetze

Strenge rechtliche Rahmenbedingungen

Auch wenn die Gewerbeanmeldung einfach ist, unterliegt die tägliche Arbeit eines Bestatters strengen gesetzlichen Regelungen. Das Bestattungsrecht ist in Deutschland Ländersache – jedes Bundesland hat ein eigenes Bestattungsgesetz.

1

Landesbestattungsgesetze

Regeln Überführungsfristen, Beisetzungsfristen und Sargpflichten – je nach Bundesland unterschiedlich.

2

Friedhofsordnungen

Jeder Friedhof hat eigene Satzungen zu Grabarten, Grabsteinen und Ruhezeiten.

3

Gesundheitsamt & Hygienevorschriften

Eigene Kühlkammern oder Versorgungsräume erfordern eine Genehmigung des Gesundheitsamtes mit strengen Hygiene- und Infektionsschutzstandards.

4

Grabnutzungsrecht

Kenntnisse über Erwerb und Verlängerung von Grabstellen sind für die korrekte Beratung der Angehörigen erforderlich.

Unternehmensform

Die richtige Rechtsform wählen

Bei hohen Investitionen in Fuhrpark und Kühlräume ist der Schutz des Privatvermögens entscheidend.

RechtsformHaftungMindestkapitalEignung
EinzelunternehmenUnbeschränkt (auch Privatvermögen)Kein MindestkapitalFür den Start ohne Kühlräume. Bei Haftungsansprüchen (z. B. Transportschäden) haftest du mit dem Privatvermögen.
GbRUnbeschränkt (alle Gesellschafter solidarisch)Kein MindestkapitalWenn du mit einem Partner gründest. Volles Haftungsrisiko für beide Partner.
UG (haftungsbeschränkt)Beschränkt auf GesellschaftsvermögenAb 1 € (praktisch 5.000 €)Bietet Haftungsschutz bei geringem Startkapital. Eingeschränkte Außenwirkung bei Banken.
GmbHBeschränkt auf Gesellschaftsvermögen25.000 €Empfehlenswert bei hohen Investitionen (Leichenwagen, Kühlräume). Schützt das Privatvermögen und wirkt seriös.
Investitionskosten

Was kostet die Gründung?

Die Kosten variieren stark – wer auf eigene Kühlräume verzichtet und diese bei städtischen Friedhöfen anmietet, kann die Startkosten deutlich senken.

KostenpunktGeschätzte Kosten
Kaution & Umbau der Räumlichkeiten (Beratung, Ausstellung, ggf. Kühlraum)15.000 € – 40.000 €
Einrichtung & IT (Büro, Ausstellungsraum, Bestattungssoftware)10.000 € – 20.000 €
Kühlzellen & Hygieneausstattung (falls eigene Versorgung geplant)15.000 € – 30.000 €
Bestattungswagen (Leichenwagen, gebraucht bis neu)30.000 € – 80.000 €
Erstausstattung Warenbestand (Särge, Urnen, Sterbewäsche)10.000 € – 20.000 €
Marketing & Erstausstattung (Website, Printmaterialien)3.000 € – 7.000 €
Gründungskosten & Genehmigungen (Gewerbe, Notar bei GmbH)500 € – 1.500 €
Gesamtkosten (Schätzung)ca. 83.500 € – 198.500 €
FAQ

Häufige Fragen zur Gründung

Kann ich als Quereinsteiger Bestatter werden?
Ja, das ist problemlos möglich, da der Beruf des Bestatters nicht geschützt ist und keine formale Ausbildung voraussetzt. Es ist jedoch dringend zu empfehlen, sich durch Fortbildungen (z. B. zum 'Geprüften Bestatter') das nötige Fachwissen in den Bereichen Bestattungsrecht, Hygiene und Trauerpsychologie anzueignen.
Brauche ich zwingend eigene Kühlräume?
Nein. Viele Existenzgründer verzichten anfangs auf eigene Kühlzellen, um die hohen Investitionskosten und die strengen Auflagen des Gesundheitsamtes zu umgehen. Stattdessen mieten sie sich in die Kühlräume von städtischen oder kirchlichen Friedhöfen ein.
Welche Rechtsform eignet sich für ein Bestattungsunternehmen?
Viele Bestatter starten als Einzelunternehmen, da hierfür kein Mindestkapital erforderlich ist. Wer jedoch das persönliche Haftungsrisiko ausschließen möchte (z. B. bei hohen Investitionen in Fuhrpark und Immobilien), sollte die Gründung einer GmbH (25.000 € Stammkapital) oder einer UG (haftungsbeschränkt) in Betracht ziehen.
Wie gewinne ich als neuer Bestatter Kunden?
In der Bestattungsbranche ist Vertrauen das wichtigste Marketinginstrument. Mund-zu-Mund-Propaganda und ein exzellenter Ruf sind entscheidend. Eine professionelle, einfühlsame Website ist heute Pflicht. Zudem helfen Kooperationen mit Pflegeheimen, Hospizen und Krankenhäusern sowie lokale PR-Arbeit (z. B. Vorträge zum Thema Bestattungsvorsorge).
Was ist der Unterschied zwischen einem Bestatter und einem Trauerredner?
Der Bestatter kümmert sich um die gesamte Organisation der Beisetzung, die Überführung, die hygienische Versorgung und die behördlichen Abmeldungen. Ein Trauerredner (oft freiberuflich tätig) ist ausschließlich für das Verfassen und Halten der Trauerrede zuständig. Viele Bestatter vermitteln Trauerredner an die Angehörigen.

Bereit für die Gründung?

Mit einem kostenlosen AVGS-Coaching bekommst du professionelle Unterstützung beim Businessplan, der Finanzplanung und der Tragfähigkeitsbescheinigung.

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Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts‑, Steuer‑ oder Finanzberatung. FoundingFits bietet keine Rechtsberatung oder Steuerberatung an. Für verbindliche Auskünfte wende dich bitte an einen Steuerberater, Rechtsanwalt oder eine andere fachkundige Stelle. Alle Angaben ohne Gewähr.