Wer in Deutschland Alkohol ausschenkt, bewegt sich in einem streng regulierten Markt. Ohne Gaststättenerlaubnis (Konzession), IHK-Unterrichtungsnachweis und Hygienekonzept bleiben die Türen deiner Bar geschlossen.
Die Gastronomie ist ein hartes Pflaster. Hohe Personalkosten, steigende Pachtpreise und die Konkurrenz in den Innenstädten fordern Gründern einiges ab. Dennoch kann eine Bar ein äußerst lukratives Geschäftsmodell sein – vorausgesetzt, das Konzept stimmt.
Der große Vorteil einer Bar gegenüber einem klassischen Restaurant liegt in der Marge. Die Gewinnspannen bei Getränken, insbesondere bei Cocktails und Longdrinks, sind deutlich höher als bei Speisen. Zudem benötigst du weniger Küchenpersonal und weniger teure Küchenausstattung.
Erfolgreiche Bar-Konzepte für Neugründungen

Sobald du alkoholische Getränke zum Verzehr an Ort und Stelle ausschenkst, benötigst du zwingend eine Gaststättenerlaubnis (umgangssprachlich Konzession oder Schanklizenz). Eine einfache Gewerbeanmeldung reicht nicht aus.
Diese Erlaubnis ist immer an drei Faktoren gebunden: an dich als Person (Zuverlässigkeit), an die konkreten Räumlichkeiten und an die Betriebsart (z. B. Schankwirtschaft).
Eine der zentralen Voraussetzungen für die Konzession ist der Gaststättenunterrichtungsnachweis der IHK. Der Kurs dauert ca. 8 Stunden und kostet je nach IHK zwischen 50 und 150 Euro. Eine Prüfung gibt es nicht – die bloße Anwesenheit reicht aus. Inhalte:

In Bayern, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland gilt ein absolutes Rauchverbot in der Gastronomie. Als Alternative dürfen dort oft nur nikotinfreie Dampfsteine angeboten werden. Zusätzlich gelten bauliche Auflagen:
Konzept und Businessplan
Welche Art von Bar möchtest du eröffnen? Wer ist deine Zielgruppe? Banken und Investoren wollen sehen, dass du die hohen Fixkosten (Pacht, Personal, GEMA) durch realistische Getränkeumsätze decken kannst.
Standort und Räumlichkeiten
Achte bei der Besichtigung darauf, ob die Räume bereits als Gaststätte genehmigt sind (Bestandsschutz). Eine Nutzungsänderung kann Monate dauern und teure Auflagen nach sich ziehen.
Rechtsform wählen
Das Haftungsrisiko ist hoch (z. B. Unfälle von alkoholisierten Gästen). Viele Gastronomen entscheiden sich daher für eine GmbH oder UG (haftungsbeschränkt).
Genehmigungen einholen
Gewerbeanmeldung, IHK-Unterrichtung, Gaststättenerlaubnis, Belehrung nach Infektionsschutzgesetz. Für Außengastronomie zusätzlich Sondernutzungserlaubnis.
Versicherungen und Pflichtabgaben
GEMA-Gebühren für Musik, Rundfunkbeitrag (GEZ), Pflichtanmeldung bei der BGN (Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe), Betriebshaftpflichtversicherung.
BGN: Pflichtanmeldung
Als Inhaber einer Bar bist du gesetzlich verpflichtet, deinen Betrieb bei der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) anzumelden. Sie ist der Träger der gesetzlichen Unfallversicherung für alle Gastronomie-Betriebe.
→ Mehr dazu: Versicherungen für Selbstständige

Die Wahl der Rechtsform ist bei einer Bar besonders wichtig, da das Haftungsrisiko hoch ist (z. B. Unfälle von alkoholisierten Gästen, Lebensmittelvergiftungen). Ein Einzelunternehmen ist zwar schnell gegründet, du haftest jedoch mit deinem Privatvermögen. Viele Gastronomen entscheiden sich daher für eine GmbH oder UG (haftungsbeschränkt).
| Rechtsform | Haftung | Startkapital | Eignung |
|---|---|---|---|
| Einzelunternehmen | Unbeschränkt (auch Privatvermögen) | Kein Mindestkapital | Schnell gegründet, aber volles Haftungsrisiko – z. B. bei Unfällen alkoholisierter Gäste oder Lebensmittelvergiftungen. |
| GbR | Unbeschränkt (alle Gesellschafter solidarisch) | Kein Mindestkapital | Für Gründerteams möglich, aber riskant. Alle Partner haften mit dem Privatvermögen. |
| UG (haftungsbeschränkt) | Beschränkt auf Gesellschaftsvermögen | Ab 1 € (praktisch 3.000–5.000 €) | Guter Einstieg mit Haftungsschutz. Günstig in der Gründung, aber mit Pflicht zur Rücklagenbildung. |
| GmbH | Beschränkt auf Gesellschaftsvermögen | 25.000 € | Von vielen Gastronomen bevorzugt. Schützt das Privatvermögen und wirkt professionell gegenüber Investoren und Banken. |
→ Mehr dazu in unserem Ratgeber: Rechtsform wählen
Die Kosten für die Eröffnung einer Bar werden von Gründern häufig drastisch unterschätzt. Besonders der Umbau der Räumlichkeiten und die technische Ausstattung (Kühlanlagen, Zapfanlagen, Kassensysteme) verschlingen viel Kapital. Die folgende Tabelle gibt einen realistischen Überblick für eine mittelgroße Bar (ca. 50 bis 80 Sitzplätze).
| Kostenpunkt | Geschätzte Kosten |
|---|---|
| Kaution und Maklerprovision (für die Gewerbeimmobilie) | 5.000 € – 15.000 € |
| Umbau und Renovierung (Lärmschutz, Toiletten, Lüftung, Elektrik) | 10.000 € – 80.000 € |
| Einrichtung und Mobiliar (Tresenbau, Sitzmöbel, Beleuchtung) | 10.000 € – 40.000 € |
| Barausstattung und Technik (Kühlschränke, Zapfanlage, Eiswürfelmaschine) | 5.000 € – 30.000 € |
| Kassensystem (TSE-konform, Pflicht in der Gastronomie) | 1.500 € – 5.000 € |
| Erstausstattung Warenlager (Spirituosen, Säfte, Gläser, Bar-Tools) | 5.000 € – 15.000 € |
| Genehmigungen & Marketing (Konzession, IHK, Website, Außenwerbung) | 2.000 € – 5.000 € |
| Liquiditätsreserve (für Pacht und Personal in den ersten schwachen Monaten) | 15.000 € – 30.000 € |
| Gesamtkapitalbedarf für den Start | ca. 53.500 € – 220.000 € |
Tipp zur Finanzierung: Brauereiverträge
Um die hohen Anfangsinvestitionen zu stemmen, arbeiten viele Bar-Gründer mit Brauereiverträgen. Die Brauerei finanziert den Tresen oder die Zapfanlage, im Gegenzug verpflichtest du dich, für mehrere Jahre ausschließlich deren Bier auszuschenken (Bierlieferungsvertrag).
Die Gastronomie verzeiht keine Rechenfehler. Ein solider Businessplan ist nicht nur für die Bank wichtig, sondern deine persönliche Überlebensversicherung. Wenn du aktuell arbeitslos gemeldet bist, hast du die Möglichkeit, einen AVGS-Gutschein bei der Agentur für Arbeit zu beantragen – die Kosten für dein Gründungscoaching werden zu 100 % vom Staat übernommen.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts‑, Steuer‑ oder Finanzberatung. FoundingFits bietet keine Rechtsberatung oder Steuerberatung an. Für verbindliche Auskünfte wende dich bitte an einen Steuerberater, Rechtsanwalt oder eine andere fachkundige Stelle. Alle Angaben ohne Gewähr.