Franchise gründen: Kosten, Vertrag & Förderung

Von Maximilian Rothenberger, IHK-zertifizierter Gründungsberater · geprüft am 1.10.2026

Du willst ein erprobtes Konzept nutzen und trotzdem selbst entscheiden. Wir prüfen System, Standort und Zahlen gemeinsam, bevor du unterschreibst.

  • Wenig Eigenkapital? Für den KfW-Gründerkredit brauchst du kein Eigenkapital.
  • Angst vor dem Vertrag? Mit einer klaren Prüfliste weißt du, welche Fragen du stellen musst.
  • Keine Lust auf Papierkram? Businessplan, Finanzplan und Anträge machen wir zusammen.
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Ein Mann und eine Frau besprechen in einem Café Unterlagen, auf dem Tisch liegen ein Plan und ein Tablet

Kurz gesagt

Beim Franchise gründest du ein eigenes Unternehmen und nutzt Marke, Konzept und Know-how eines Franchisegebers. Dafür zahlst du meist eine Eintrittsgebühr und laufende Gebühren, oft als Anteil am Umsatz. Ein eigenes Franchisegesetz gibt es in Deutschland nicht. Prüfe deshalb Vertrag, Kapitalbedarf und Standort selbst. Für die Finanzierung kommen Bankkredite und der KfW-Gründerkredit infrage.

Eigenes Unternehmen

Du bist selbstständig, meldest dein Gewerbe an und trägst das Risiko für deinen Standort selbst.

Gebühren

Meist Eintrittsgebühr plus laufende Gebühren, oft vom Umsatz. Dazu kommen Werbe-, IT- oder Schulungsbeiträge.

Vertrag

Laufzeit, Gebietsschutz, Bezugspflichten und Regeln zum Vertragsende bestimmen deinen Spielraum über Jahre.

Standort

Das beste System trägt keinen schwachen Standort. Prüfe Nachfrage, Miete und Wettbewerb selbst.

Grundlagen

Was bedeutet es, ein Franchise zu gründen?

Du gründest ein rechtlich selbstständiges Unternehmen und schließt einen Vertrag mit einem Franchisegeber. Er stellt Marke, Konzept, Schulung und oft Einkauf und Marketing. Du zahlst dafür Gebühren und hältst dich an die Standards des Systems. Gewinne und Verluste deines Betriebs liegen bei dir.

Was dir ein gutes System bringt

  • erprobtes Konzept und bekannte Marke
  • Schulung und Handbuch für den Alltag
  • Einkaufskonditionen und zentrales Marketing
  • Austausch mit anderen Partnern

Was du dafür abgibst

  • laufende Gebühren, auch in schwachen Monaten
  • wenig Freiheit bei Sortiment, Auftritt und Lieferanten
  • lange Vertragslaufzeiten und Wettbewerbsverbote
  • Abhängigkeit vom Ruf und von der Stabilität des Systems

Wie ähnliche Partnermodelle im Handel funktionieren, zeigen Tankstelle pachten und Handyshop eröffnen.

Kosten

Welche Kosten kommen bei einem Franchise auf dich zu?

Die Eintrittsgebühr ist nur ein Teil. Dazu kommen Einrichtung, Umbau, Startwaren, Kaution und die laufenden Gebühren an das System. Erst wenn du alle Zahlungen zusammenrechnest und eine Reserve für die Anlaufzeit einplanst, siehst du deinen echten Kapitalbedarf. Die Höhe unterscheidet sich je nach Branche und System stark.

KostenartWannWorauf du achtest
Eintrittsgebühreinmalig bei VertragsschlussWas ist darin enthalten, etwa Schulung oder Eröffnungshilfe?
Investition in den Standortvor der EröffnungUmbau, Einrichtung und Technik nach Vorgaben des Systems
Laufende Franchisegebührmonatlichmeist Anteil am Umsatz, also auch bei geringem Gewinn fällig
WerbegebührmonatlichWas davon kommt deinem Standort zugute?
IT, Software, SchulungenlaufendPflichtprogramme und Kosten für neue Mitarbeitende
BezugspflichtenlaufendPreise beim Systemlieferanten im Vergleich zum Markt
Reserve für die Anlaufzeiterste MonateMiete, Personal und Lebenshaltung bis zum stabilen Umsatz

Welche Gebühren konkret anfallen, ergibt sich aus Vertragsentwurf und Systemunterlagen.

Wie du alle Posten in einen Plan bringst, zeigt der Finanzplan.

Franchisenehmer im Umbau seines Ladens – Einrichtung und Umbau kommen zur Eintrittsgebühr dazu
Prüfung

Was muss der Franchisegeber vor dem Vertrag offenlegen?

Ein eigenes Franchisegesetz gibt es in Deutschland nicht. Nach der Rechtsprechung muss der Franchisegeber dich aber vor Vertragsschluss über wesentliche Punkte wie Kapitaleinsatz und Risiken aufklären. Macht er Angaben zu Umsätzen oder Rentabilität, müssen sie stimmen. Fordere Unterlagen schriftlich an und vergleiche sie mit dem, was andere Partner erzählen.

  • Anzahl der Partner, Neueröffnungen und Schließungen der letzten Jahre
  • Zahlen vergleichbarer Betriebe: Umsatz, Kosten und Ergebnis
  • nötiges Eigenkapital und Gesamtinvestition
  • Leistungen des Systems: Schulung, Betreuung, Marketing, Einkauf
  • Jahresabschlüsse des Franchisegebers
  • den vollständigen Vertragsentwurf mit allen Anlagen

Gut zu wissen

Sprich mit mehreren bestehenden Partnern, auch mit solchen, die der Franchisegeber dir nicht selbst nennt. Frag nach Umsätzen, Arbeitszeit und Unterstützung im Alltag.
Vertrag

Worauf achtest du im Franchisevertrag?

Lies den Vertrag als Teil deines Geschäftsmodells. Laufzeit, Gebiet, Gebühren und Bezugspflichten entscheiden über deine Marge. Die Regeln zum Vertragsende bestimmen, ob du später aussteigen oder verkaufen kannst. Lass den Vertrag vor der Unterschrift von einer Anwältin oder einem Anwalt mit Erfahrung im Franchiserecht prüfen.

KlauselWas du klärst
Laufzeit und VerlängerungWie lange bist du gebunden, und unter welchen Bedingungen verlängert sich der Vertrag?
GebietsschutzDarf der Franchisegeber in deiner Nähe weitere Standorte oder Onlineverkauf anbieten?
BezugspflichtenBei wem musst du einkaufen, und zu welchen Preisen?
KündigungWann darf welche Seite kündigen, und was kostet ein vorzeitiger Ausstieg?
WettbewerbsverbotWas darfst du nach Vertragsende beruflich tun?
Verkauf des BetriebsDarfst du deinen Standort an einen Nachfolger übergeben?

Widerruf und Scheinselbstständigkeit

Enthält der Vertrag regelmäßige Bezugspflichten, kann Existenzgründern unter Umständen ein Widerrufsrecht zustehen (§§ 510, 513 BGB). Sind Weisungen so eng, dass du kaum noch selbst entscheidest, stellt sich außerdem die Frage der Scheinselbstständigkeit. Beides prüft eine Anwältin oder ein Anwalt am konkreten Vertrag.
Standort

Wie prüfst du, ob dein Standort das Konzept trägt?

Verlass dich nicht allein auf die Standortanalyse des Systems. Zähle selbst, wie viele Menschen vorbeikommen, schau dir die Konkurrenz an und rechne aus, wie viele Kunden du pro Tag brauchst. Erst wenn die Miete im Verhältnis zum realistischen Umsatz passt, lohnt sich die Unterschrift unter Miet- und Franchisevertrag.

  • Einzugsgebiet: Wer wohnt und arbeitet in der Nähe, und passt das zur Zielgruppe des Systems?
  • Frequenz: zu verschiedenen Tageszeiten selbst zählen.
  • Wettbewerb: Wer bietet Ähnliches im Umkreis an?
  • Mietvertrag: Laufzeit passend zum Franchisevertrag, Umbaukosten und Verlängerungsoption klären.
  • Personal: Findest du vor Ort genug Mitarbeitende?
Gründerin zählt in der Fußgängerzone Passanten, um den Standort für ihr Franchise zu prüfen
Finanzierung

Wie finanzierst du ein Franchise?

Meist mit einer Mischung aus Eigenkapital, Bankkredit und Förderkredit. Viele Systeme arbeiten mit Banken zusammen, die das Konzept schon kennen. Der ERP-Gründerkredit StartGeld der KfW steht auch Franchise-Gründern offen. Den Antrag stellst du über deine Hausbank, die das Vorhaben prüft und den Kredit nicht vergeben muss.

Eigenkapital

Viele Systeme nennen eine Mindestsumme. Banken sehen einen Eigenanteil gern, beim StartGeld ist er keine Pflicht.

Bank und KfW

Die Bank erwartet einen Businessplan mit Finanzplan. Mehr dazu unter KfW-Gründerkredit.

Gründungszuschuss

Möglich, wenn du Arbeitslosengeld I mit mindestens 150 Tagen Restanspruch beziehst und vor dem Start beantragst.

Das Exposé des Franchisegebers ersetzt keinen eigenen Businessplan. Die Bank will sehen, dass du die Zahlen für deinen Standort verstanden hast. Wie das geht, steht unter Businessplan erstellen.

Schritt für Schritt

Welche Schritte führen zum eigenen Franchise-Betrieb?

Zuerst klärst du, was du willst und was du einbringen kannst. Dann vergleichst du Systeme, prüfst Unterlagen und Standort und rechnest deinen Fall durch. Erst danach folgen Vertrag, Finanzierung und Gewerbeanmeldung. Wer den Gründungszuschuss nutzen will, stellt den Antrag, bevor er die Selbstständigkeit aufnimmt.

  1. 1

    Eigene Ziele klären

    Branche, Arbeitszeit, Kapital und Region festlegen.
  2. 2

    Systeme vergleichen

    Unterlagen anfordern, Partner befragen, im Betrieb mitarbeiten.
  3. 3

    Standort prüfen

    Nachfrage, Miete und Wettbewerb selbst bewerten.
  4. 4

    Businessplan und Finanzplan

    Mit deinen eigenen Annahmen für deinen Standort.
  5. 5

    Vertrag prüfen lassen

    Anwaltliche Prüfung vor der Unterschrift.
  6. 6

    Finanzierung und Förderung

    Kredit und Förderung beantragen, bevor du startest.
  7. 7

    Gewerbe und Finanzamt

    Gewerbe anmelden und innerhalb eines Monats den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung über ELSTER einreichen. Details unter Gewerbe anmelden.

Aus meiner Praxis

Gewerbemietverträge schützen weniger als private. Laufzeit, Verlängerungsoption und Umbaukosten sollten vor der Unterschrift geklärt sein.

– Maximilian Rothenberger, IHK-zertifizierter Gründungsberater

Förderung

Welche Förderung kommt für deine Gründung infrage?

Welche Förderung passt, hängt vor allem davon ab, ob du arbeitsuchend gemeldet bist, Arbeitslosengeld beziehst und was du investieren musst. Über jeden Antrag entscheidet die zuständige Stelle im Einzelfall.

Welche Förderung passt zu dir?Der Gründungsnavigator zeigt es dir in 2 Minuten, kostenlos und ohne Anmeldung.

AVGS-Gründungscoaching

Wenn du arbeitsuchend oder arbeitslos gemeldet bist, kann die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein ausstellen. Mit bewilligtem Gutschein ist das Gründungscoaching für dich kostenfrei.

AVGS-Gründercoaching

Gründungszuschuss

Beziehst du Arbeitslosengeld I und hast bei der Gründung noch mindestens 150 Tage Anspruch, kannst du den Gründungszuschuss beantragen. Er ist eine Ermessensleistung und setzt Businessplan und Tragfähigkeitsbescheinigung voraus.

Gründungszuschuss

Förderkredite

Für Investitionen und Betriebsmittel gibt es zinsgünstige Kredite, etwa den ERP-Gründerkredit der KfW über deine Hausbank. Eine Bank erwartet dafür einen schlüssigen Businessplan mit Finanzplan.

KfW-Gründerkredit

Eine eigene Förderung nur für Franchise-Gründungen gibt es nicht. Franchise-Gründer können aber dieselben Wege nutzen wie andere Gründer.

Der ERP-Gründerkredit StartGeld der KfW finanziert laut KfW bis zu 200.000 Euro, Eigenkapital ist dafür nicht erforderlich (Stand Februar 2026). Übernimmst du einen bestehenden Franchise-Betrieb, lies auch Firma übernehmen.

So begleite ich dich

Wie läuft das Gründungscoaching mit mir ab?

  1. 1

    Kostenloser Gründungscheck

    In 10 Minuten siehst du, wo du stehst und welcher nächste Schritt für dich sinnvoll ist.

  2. 2

    Förderung klären

    Ich sage dir, ob ein AVGS infrage kommt und wie du ihn bei Agentur für Arbeit oder Jobcenter ansprichst.

  3. 3

    Gemeinsam ausarbeiten

    Geschäftsmodell, Businessplan und Finanzplan, online oder vor Ort, in deinem Tempo.

  4. 4

    Sicher starten

    Du hast vollständige Unterlagen für Bank und Agentur für Arbeit und einen klaren Plan für die ersten Monate.

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FAQ

Häufige Fragen: Franchise gründen

Ist ein Franchise sicherer als eine eigene Gründung?

Ein erprobtes System nimmt dir viele Anfängerfehler ab, ersetzt aber keine eigene Prüfung. Standort, Team, Finanzierung und der Vertrag entscheiden, ob es bei dir funktioniert. Eine bekannte Marke ist kein Versprechen für Umsatz.

Brauche ich Branchenerfahrung für ein Franchise?

Nicht immer. Viele Systeme schulen Quereinsteiger und achten mehr auf Unternehmergeist als auf Fachwissen. Prüfe trotzdem, ob dir der Alltag liegt, und arbeite wenn möglich ein paar Tage in einem bestehenden Betrieb des Systems mit.

Kann ich ein Franchise nebenberuflich führen?

Das hängt vom System ab. Viele Franchisegeber verlangen, dass du den Betrieb selbst und in Vollzeit führst. Steht das im Vertrag, ist ein nebenberuflicher Start meist ausgeschlossen. Frag das früh, bevor du Zeit in die Prüfung steckst.

Darf mir der Franchisegeber die Verkaufspreise vorschreiben?

Feste Verkaufspreise darf er in der Regel nicht vorgeben, das verbietet das Kartellrecht. Unverbindliche Preisempfehlungen und Höchstpreise sind dagegen üblich. Bei Aktionen des ganzen Systems lohnt ein genauer Blick in den Vertrag.

Kann ich einen bestehenden Franchise-Betrieb übernehmen?

Ja, viele Systeme vermitteln Betriebe, deren Partner aufhören. Dann gelten zusätzlich die Regeln einer Übernahme: Kaufpreis nach Ertrag, Prüfung der Zahlen und Übergang der Mitarbeitenden. Der Franchisegeber muss dem Wechsel in der Regel zustimmen.

Wer haftet, wenn das System scheitert?

Du haftest für deinen Betrieb selbst, also für Miete, Kredite und Personal. Geht der Franchisegeber in die Insolvenz, laufen diese Verträge weiter. Deshalb gehören die Zahlen des Franchisegebers zu deiner Prüfung, nicht nur die Werbeunterlagen.

Maximilian Rothenberger

Über den Autor

Maximilian Rothenberger

IHK-zertifizierter Gründungsberater · B.Sc. Wirtschaftspsychologie

Seit 2021 habe ich rund 50 Gründungsvorhaben begleitet, als Dozent und Coach seit 2016 über 10.000 Menschen unterrichtet und gecoacht. Ich kenne Gründung mit ihren Höhen und Rückschlägen aus eigener Erfahrung, und genau das fließt in jede Beratung ein.

Inhalt geprüft am 1.10.2026

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In 10 Minuten bekommst du Klarheit, wo du stehst und was bei Businessplan, Finanzierung und Förderung als Nächstes sinnvoll ist. Danach weißt du, ob und wie ich dich begleiten kann.

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Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts‑, Steuer‑ oder Finanzberatung. FoundingFits bietet keine Rechtsberatung oder Steuerberatung an. Für verbindliche Auskünfte wende dich bitte an eine Steuerberatung, eine Anwaltskanzlei oder eine andere zuständige Beratungsstelle. Alle Angaben ohne Gewähr.