Minijobber einstellen:Abgaben, Anmeldung & Vertrag 2026
Endlich Hilfe im Betrieb, ohne gleich eine volle Stelle zu schaffen. Hier siehst du, was ein Minijobber kostet und wie die Anmeldung klappt.
- Angst vor Bürokratie? Betriebsnummer, Anmeldung, Abgaben: Drei Schritte, die du einmal einrichtest.
- Unsicher bei den Kosten? Mit rund 31 Prozent Abgaben plus BG-Beitrag kannst du genau rechnen.
- Sorge vor Fehlern im Vertrag? Das Nachweisgesetz sagt dir genau, was hineingehört.
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Kurz gesagt
Einen Minijobber einstellen heißt 2026: Er verdient höchstens 603 Euro im Monat, und du zahlst als Betrieb Pauschalabgaben von rund 31 Prozent an die Minijob-Zentrale, dazu den Beitrag zur Berufsgenossenschaft. Vorher brauchst du eine Betriebsnummer. Angemeldet wird elektronisch, spätestens sechs Wochen nach Beginn. Es gilt der Mindestlohn von 13,90 Euro, und die wesentlichen Bedingungen hältst du im Arbeitsvertrag fest.
603 Euro Grenze
So viel darf ein Minijobber 2026 im Monat verdienen, im Jahr 7.236 Euro.
Rund 31 Prozent Abgaben
Pauschalen und Umlagen für gewerbliche Minijobs, dazu der Beitrag zur Berufsgenossenschaft.
Betriebsnummer zuerst
Ohne Betriebsnummer der Bundesagentur für Arbeit kannst du niemanden anmelden.
13,90 Euro Mindestlohn
Er gilt auch im Minijob. Die Arbeitszeit musst du aufzeichnen.
Was gilt 2026 für einen Minijob?
Ein Minijob ist eine geringfügige Beschäftigung mit höchstens 603 Euro Verdienst im Monat. Die Grenze hängt am Mindestlohn von 13,90 Euro und gilt für 2026. Für den Minijobber bleibt der Lohn meist ohne Abzüge, nur ein kleiner Rentenbeitrag fällt an. Du als Arbeitgeber zahlst Pauschalabgaben an die Minijob-Zentrale.
| Punkt | Wert 2026 | Ausblick 2027 |
|---|---|---|
| Verdienstgrenze im Monat | 603 € | 633 € |
| Verdienstgrenze im Jahr | 7.236 € | – |
| Mindestlohn pro Stunde | 13,90 € | 14,60 € |
| Stunden beim Mindestlohn | rund 43 im Monat | rund 43 im Monat |
Stand Oktober 2026. Quelle: Minijob-Zentrale (Minijob 2026: Änderungen; Mindestlohn 2026 und 2027).
Hast du selbst einen Minijob neben deiner Selbstständigkeit, gelten andere Fragen. Die erklärt Selbstständig und Minijob. Willst du jemanden über der Minijob-Grenze fest anstellen, zeigt Ersten Mitarbeiter einstellen den Ablauf.
Welche Abgaben zahlst du für einen Minijobber an die Minijob-Zentrale?
Für einen gewerblichen Minijob zahlst du 2026 rund 31 Prozent zusätzlich zum Lohn: Pauschalen für Kranken- und Rentenversicherung, die Pauschsteuer und drei Umlagen. Die Krankenversicherungspauschale entfällt, wenn dein Minijobber privat versichert ist. Dazu kommt der Beitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung, den deine Berufsgenossenschaft festsetzt.
| Abgabe | Satz 2026 | Bei 603 € Lohn |
|---|---|---|
| Krankenversicherung (Pauschale) | 13 % | 78,39 € |
| Rentenversicherung (Pauschale) | 15 % | 90,45 € |
| Pauschsteuer | 2 % | 12,06 € |
| Umlage U1 (Krankheit) | 0,80 % | 4,82 € |
| Umlage U2 (Mutterschaft) | 0,22 % | 1,33 € |
| Insolvenzgeldumlage | 0,15 % | 0,90 € |
| Summe ohne Unfallversicherung | 31,17 % | 187,96 € |
| Unfallversicherung | je nach Berufsgenossenschaft | Bescheid der BG |
Gewerbliche Minijobs, Stand Oktober 2026. Quelle: Minijob-Zentrale (Minijob-Beiträge 2026). Rechenbeispiel gerundet.
- Dein Minijobber zahlt selbst 3,6 Prozent zur Rentenversicherung, also bei 603 Euro rund 21,71 Euro. Er kann sich davon befreien lassen.
- Statt der Pauschsteuer ist auch eine Versteuerung über die Lohnsteuermerkmale möglich. Die Pauschsteuer ist meist einfacher.
- Die Umlage U1 zahlst du, wenn du höchstens 30 Beschäftigte hast. Dafür erstattet die Minijob-Zentrale 80 Prozent der Lohnfortzahlung bei Krankheit, über U2 die Leistungen bei Mutterschaft vollständig.
Wie meldest du einen Minijobber an?
Zuerst beantragst du eine Betriebsnummer beim Betriebsnummern-Service der Bundesagentur für Arbeit. Danach meldest du den Minijobber elektronisch bei der Minijob-Zentrale an, über ein Lohnprogramm oder das SV-Meldeportal, spätestens sechs Wochen nach Beginn. Jeden Monat folgt ein Beitragsnachweis, die Abgaben zieht die Minijob-Zentrale ein.
- 1
Betriebsnummer beantragen
Online beim Betriebsnummern-Service der Bundesagentur für Arbeit. Laut Minijob-Zentrale solltest du nach der Vergabe drei Tage warten, bevor du die erste Meldung schickst. - 2
Personalfragebogen ausfüllen lassen
Darin stehen Steuer-ID, Sozialversicherungsnummer, Krankenkasse und weitere Beschäftigungen. Damit prüfst du, ob wirklich ein Minijob vorliegt. - 3
Anmelden
Elektronisch an die Minijob-Zentrale, spätestens sechs Wochen nach Beschäftigungsbeginn. In einigen Branchen, etwa Bau, Gastronomie oder Gebäudereinigung, ist zusätzlich eine Sofortmeldung vor Arbeitsbeginn Pflicht. - 4
Abgaben zahlen
Jeden Monat einen Beitragsnachweis übermitteln. Am einfachsten erteilst du der Minijob-Zentrale ein Lastschriftmandat. - 5
Unfallversicherung melden
Deinen Betrieb meldest du bei der zuständigen Berufsgenossenschaft an, den Lohn deiner Beschäftigten jährlich bis zum 16. Februar. Wie das läuft, steht unter Berufsgenossenschaft für Selbstständige.

Haushaltsscheck oder gewerblicher Minijob: Was passt?
Den Haushaltsscheck darfst du nur nutzen, wenn du privat jemanden für Arbeiten im Haushalt beschäftigst, etwa zum Putzen oder für die Gartenpflege. Arbeitet die Person für dein Unternehmen, ist es ein gewerblicher Minijob, auch wenn dein Büro zu Hause ist. Beim Haushaltsscheck sind die Abgaben deutlich niedriger und die Anmeldung einfacher.
Haushaltsscheck
- nur für Privathaushalte und Arbeiten im Haushalt
- Abgaben rund 14,6 Prozent inklusive Unfallversicherung
- Minijob-Zentrale vergibt die Betriebsnummer und zieht halbjährlich ein
- Steuerermäßigung: 20 Prozent der Kosten, höchstens 510 Euro im Jahr
Nicht für den Betrieb
- Mitarbeit im Laden, Büro oder Lager
- Reinigung deiner Praxis oder Werkstatt
- Hilfe bei Aufträgen für Kunden
- Arbeit im Homeoffice für dein Unternehmen
Bei 603 Euro Lohn zahlt ein Privathaushalt rund 88,16 Euro Abgaben im Monat, ein Betrieb rund 187,96 Euro plus Unfallversicherung. Willst du selbst als Haushaltshilfe arbeiten statt anzustellen, hilft Als Haushaltshilfe selbstständig machen.

Brauchst du für einen Minijobber einen Arbeitsvertrag?
Ja, in der Praxis immer. Das Nachweisgesetz gilt auch für Minijobber: Name und Anschrift, Lohn und Arbeitszeit müssen sie spätestens am ersten Arbeitstag schriftlich erhalten, weitere Angaben innerhalb von sieben Tagen und einem Monat. Seit 2025 reicht dafür oft die Textform, in einigen Branchen bleibt die Schriftform Pflicht.
| Frist | Was der Minijobber schriftlich bekommt |
|---|---|
| Erster Arbeitstag | Namen und Anschriften, Lohn und seine Zusammensetzung, Arbeitszeit |
| Siebter Kalendertag | Beginn, gegebenenfalls Befristung, Arbeitsort, Tätigkeit, Probezeit, Regeln zu Abruf und Überstunden |
| Ein Monat | Urlaub, Fortbildung, betriebliche Altersversorgung, Ablauf einer Kündigung, Hinweis auf Tarifverträge |
§ 2 Nachweisgesetz, Stand Oktober 2026. Quellen: ZDH-Merkblatt Nachweisgesetz, IHK Potsdam. Verstöße können mit bis zu 2.000 Euro Bußgeld geahndet werden.
Textform mit Ausnahmen
Soll jemand ohne Arbeitsvertrag frei für dich arbeiten, prüfe vorher die Grenze zur Scheinselbstständigkeit. Ein Minijob ist oft die sauberere Lösung.
Was musst du beim Mindestlohn und der Arbeitszeit beachten?
Auch im Minijob gilt der gesetzliche Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde. Für gewerbliche Minijobber musst du Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit aufzeichnen, spätestens bis zum siebten Tag nach dem Arbeitstag. Die Aufzeichnungen bewahrst du mindestens zwei Jahre auf. Minijobs im Privathaushalt sind davon ausgenommen.
Stunden im Blick
Rechte wie alle
Ausgenommen vom Mindestlohn sind unter anderem Auszubildende und Jugendliche unter 18 ohne Berufsabschluss. Im Zweifel lässt du dich arbeitsrechtlich beraten, bevor du den Vertrag aufsetzt.
Wer macht die Lohnabrechnung für deinen Minijobber?
Die Lohnabrechnung kannst du selbst mit einem zertifizierten Lohnprogramm erledigen oder an eine Steuerberatung oder ein Lohnbüro abgeben. Bei einem einzigen Minijobber ist der Aufwand überschaubar, die Meldungen müssen aber pünktlich und elektronisch kommen. Wichtig ist ein fester Monatsablauf, damit kein Beitragsnachweis vergessen wird.
| Wann | Was |
|---|---|
| Vor Arbeitsbeginn | Betriebsnummer, Personalfragebogen, Arbeitsvertrag, Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft |
| Bis sechs Wochen nach Beginn | Anmeldung bei der Minijob-Zentrale |
| Jeden Monat | Lohn zahlen, Arbeitszeit aufzeichnen, Beitragsnachweis übermitteln |
| Bis 15. Februar | Jahresmeldung an die Minijob-Zentrale |
| Bis 16. Februar | Jahresmeldung zur Unfallversicherung |
| Bei Ende | Abmeldung innerhalb von sechs Wochen |
Stand Oktober 2026. Quelle: Minijob-Zentrale (Gewerbliche Minijobs richtig melden).
Ob sich eine Steuerberatung für die Lohnabrechnung lohnt, zeigt Steuerberater für Gründer.
Aus meiner Praxis
– Maximilian Rothenberger, IHK-zertifizierter Gründungsberater
Welche Förderung kommt für deine Gründung infrage?
Welche Förderung passt, hängt vor allem davon ab, ob du arbeitsuchend gemeldet bist, Arbeitslosengeld beziehst und was du investieren musst. Über jeden Antrag entscheidet die zuständige Stelle im Einzelfall.
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Wenn du arbeitsuchend oder arbeitslos gemeldet bist, kann die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein ausstellen. Mit bewilligtem Gutschein ist das Gründungscoaching für dich kostenfrei.
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Für Investitionen und Betriebsmittel gibt es zinsgünstige Kredite, etwa den ERP-Gründerkredit der KfW über deine Hausbank. Eine Bank erwartet dafür einen schlüssigen Businessplan mit Finanzplan.
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Häufige Fragen: Minijobber einstellen
Wie viele Stunden darf ein Minijobber 2026 arbeiten?
Eine feste Stundengrenze gibt es nicht, es zählt der Verdienst. Bei 603 Euro und dem Mindestlohn von 13,90 Euro sind das rund 43 Stunden im Monat. Zahlst du mehr pro Stunde, sinkt die mögliche Stundenzahl entsprechend.
Was passiert, wenn mein Minijobber einmal mehr verdient?
Ein gelegentliches und nicht vorhersehbares Überschreiten ist in bis zu zwei Kalendermonaten innerhalb eines Zeitjahres erlaubt, etwa bei einer Krankheitsvertretung, und höchstens bis zum Doppelten der Monatsgrenze. Wird die Grenze regelmäßig überschritten, ist es kein Minijob mehr. Dann wird die Beschäftigung versicherungspflichtig, im Bereich bis 2.000 Euro im sogenannten Übergangsbereich.
Haben Minijobber Anspruch auf Urlaub und Lohnfortzahlung?
Ja. Minijobber sind Arbeitnehmer mit denselben Rechten wie andere Teilzeitkräfte. Sie haben Anspruch auf bezahlten Urlaub, auf Entgeltfortzahlung bei Krankheit und an Feiertagen. Über die Umlage U1 bekommst du einen Teil der Lohnfortzahlung bei Krankheit erstattet.
Kann ich meinen Ehepartner als Minijobber einstellen?
Ja, wenn der Vertrag wie unter Fremden gestaltet ist und auch so gelebt wird: echte Arbeit, feste Zeiten, Lohn auf ein eigenes Konto. Das Finanzamt prüft solche Verträge genau. Lass dich dazu steuerlich beraten, bevor du startest.
Brauche ich als Kleinunternehmer etwas Besonderes, um einen Minijobber einzustellen?
Nein. Die Kleinunternehmerregelung betrifft nur die Umsatzsteuer. Als Arbeitgeber hast du dieselben Pflichten wie jeder andere Betrieb: Betriebsnummer, Anmeldung, Abgaben, Arbeitsvertrag und Unfallversicherung.
Was ist der Unterschied zwischen Minijob und kurzfristiger Beschäftigung?
Ein Minijob ist auf Dauer angelegt und durch den Verdienst begrenzt. Eine kurzfristige Beschäftigung ist zeitlich begrenzt, auf höchstens drei Monate oder 70 Arbeitstage im Kalenderjahr, dafür ohne Verdienstgrenze. Sie bleibt sozialversicherungsfrei, wenn sie nicht berufsmäßig ausgeübt wird. Auch sie meldest du bei der Minijob-Zentrale.

Über den Autor
IHK-zertifizierter Gründungsberater · B.Sc. Wirtschaftspsychologie
Hauptberuflich selbstständig bin ich seit 2019, in der Gründungsberatung seit 2021. Ich kenne Gründung mit ihren Höhen und Rückschlägen aus eigener Erfahrung, und genau das fließt in jede Beratung ein.
Inhalt geprüft am 3.10.2026
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Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts‑, Steuer‑ oder Finanzberatung. FoundingFits bietet keine Rechtsberatung oder Steuerberatung an. Für verbindliche Auskünfte wende dich bitte an eine Steuerberatung, eine Anwaltskanzlei oder eine andere zuständige Beratungsstelle. Alle Angaben ohne Gewähr.