Investitionsplan erstellen:Aufbau, Abschreibung & Beispiel

Du weißt, was du für den Start brauchst. Ich zeige dir, wie daraus ein Investitionsplan wird, den Bank und Agentur sofort verstehen.

  • Keine Ahnung von Abschreibung? Drei Regeln reichen für fast jede Gründung. Ich erkläre sie dir am Beispiel.
  • Unsicher, was du wirklich brauchst? Wir trennen Pflicht von Wunsch, bevor du Geld ausgibst.
  • Angst, etwas zu vergessen? Eine feste Gliederung und eine Reserve fangen das ab.
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Handwerker mit Gehörschutz um den Hals zeichnet in seiner Werkstatt mit Bleistift auf einem Holzbrett an

Kurz gesagt

Ein Investitionsplan listet alles, was du für den Start kaufen musst, mit Preis, Zeitpunkt und Abschreibung. Hinein gehören Anlagevermögen wie Fahrzeug, Maschinen und Einrichtung, die Erstausstattung an Material oder Ware und meist die einmaligen Gründungskosten. Er ist der erste Teil deines Finanzplans. Aus ihm leitest du Kapitalbedarf, Finanzierung und die Abschreibungen für die Rentabilitätsvorschau ab.

Anlagevermögen

Was länger im Betrieb bleibt: Fahrzeug, Maschinen, Einrichtung, Computer, Software.

Umlaufvermögen

Was verbraucht oder verkauft wird: Erstausstattung an Ware und Material.

Gründungskosten

Einmalige Ausgaben wie Anmeldung, Notar, Website oder Beratung.

Abschreibung

Über 800 Euro netto verteilst du die Kosten über die Nutzungsdauer.

Grundlagen

Was ist ein Investitionsplan?

Ein Investitionsplan ist die Liste aller Anschaffungen, die du vor oder kurz nach dem Start bezahlen musst. Er zeigt, was du kaufst, wann, zu welchem Preis und wie lange du es nutzt. Im Businessplan steht er am Anfang des Finanzteils, denn Kapitalbedarf, Finanzierung und Abschreibungen bauen auf ihm auf.

Spalte im InvestitionsplanWas du einträgst
Positionkonkretes Wirtschaftsgut, zum Beispiel Kombi, Laptop, Ladentheke
Betrag nettoPreis laut Angebot oder Preisliste, ohne Umsatzsteuer
ZeitpunktMonat der Anschaffung, wichtig für Liquidität und Abschreibung
NutzungsdauerJahre laut amtlicher AfA-Tabelle oder Sonderregel
Abschreibung pro JahrBetrag, der als Kosten in die Rentabilitätsvorschau geht
Finanzierungworaus du es bezahlst: Eigenmittel, Kredit, Förderung

Wie der Investitionsplan mit den anderen Teilplänen zusammenhängt, siehst du unter Finanzplan erstellen.

Inhalt

Was gehört in einen Investitionsplan?

In einen Investitionsplan gehören alle Anschaffungen für den Start, sortiert nach Anlagevermögen und Umlaufvermögen, dazu meist die einmaligen Gründungskosten. Laufende Ausgaben wie Miete, Versicherungen oder Software-Abos gehören nicht hinein. Sie stehen in der Rentabilitätsvorschau und im Liquiditätsplan. Plane lieber zu vollständig als zu knapp.

Fahrzeuge und Maschinen

Transporter, Pkw, Werkzeugmaschinen, Geräte

Einrichtung und Umbau

Möbel, Theke, Regale, Beleuchtung, Umbau der Räume

IT und Software

Computer, Kasse, Drucker, gekaufte Software-Lizenzen

Erstausstattung

Startbestand an Ware, Material und Verbrauchsgütern

Gut zu wissen

Viele Gründer vergessen Lieferung, Montage und Einrichtung. Sie gehören zu den Anschaffungskosten und damit in den Investitionsplan.
Weißer Transporter mit offener Seiten- und Hecktür, davor Farbeimer, Leiter, Farbroller und Pinsel auf einer Abdeckplane
Begriffe

Was ist der Unterschied zwischen Anlagevermögen und Umlaufvermögen?

Anlagevermögen bleibt dauerhaft in deinem Betrieb und wird über Jahre genutzt, etwa ein Fahrzeug oder eine Maschine. Umlaufvermögen wird verbraucht oder verkauft, etwa Ware, Rohstoffe oder Verbrauchsmaterial. Die Unterscheidung ist wichtig, weil Anlagevermögen abgeschrieben wird und mit langfristigem Geld finanziert werden sollte. Umlaufvermögen bindet Geld nur kurz.

Anlagevermögen

  • bleibt länger als ein Jahr im Betrieb
  • wird über die Nutzungsdauer abgeschrieben
  • passt zu Eigenkapital und langfristigem Kredit
  • Beispiele: Fahrzeug, Maschine, Büromöbel

Kein Anlagevermögen

  • Ware und Material, die du verkaufst oder verbrauchst
  • Miete, Gehälter, Werbung als laufende Kosten
  • geleaste oder gemietete Geräte
  • private Anschaffungen ohne betriebliche Nutzung
Gründungskosten

Gehören Gründungskosten in den Investitionsplan?

Meist ja, als eigener Block unter dem Anlage- und Umlaufvermögen. Gründungskosten sind keine Investitionen im engen Sinn, weil sie nicht abgeschrieben werden. Sie müssen aber vor dem Start bezahlt werden und erhöhen deinen Kapitalbedarf. Typisch sind Gewerbeanmeldung, Notar und Handelsregister, Website, Logo und Beratung zum Start.

  • Gewerbeanmeldung: je nach Gemeinde grob 15 bis 65 Euro
  • Notar und Handelsregister bei UG, GmbH oder eingetragenem Kaufmann
  • Website, Logo, Visitenkarten und erste Werbung
  • Steuerberatung für die Einrichtung der Buchhaltung
  • Kautionen für Räume, wenn du sie nicht als Bürgschaft hinterlegst

Was die Gründung je nach Rechtsform kostet, steht ausführlich unter Eigene Firma gründen: Kosten.

Abschreibung

Wie schreibe ich Investitionen ab?

Investitionen über 800 Euro netto schreibst du in der Regel linear über ihre Nutzungsdauer ab. Die Kosten verteilen sich also gleichmäßig auf die Jahre, im Anschaffungsjahr nur für die Monate ab dem Kauf. Für günstigere Anschaffungen gelten Sonderregeln. Die Nutzungsdauer entnimmst du der amtlichen AfA-Tabelle des Bundesfinanzministeriums.

Anschaffung (netto)RegelWirkung
bis 250 €sofort als Betriebsausgabevolle Kosten im Kaufjahr
bis 800 €geringwertiges Wirtschaftsgut (GWG), wenn selbstständig nutzbarwahlweise sofort voll absetzbar, über 250 € mit Verzeichnis
über 250 € bis 1.000 €alternativ Sammelposten5 Jahre je 20 %, einheitlich für alle Güter dieser Spanne im Jahr
über 800 € (ohne Sammelposten)lineare AbschreibungPreis geteilt durch Nutzungsdauer, im Kaufjahr monatsgenau
Computer und SoftwareNutzungsdauer 1 Jahr möglichKosten im Kaufjahr voll absetzbar

Stand Oktober 2026: § 6 Abs. 2 und 2a, § 7 Abs. 1 EStG; Computerhardware und Software nach BMF-Schreiben vom 22.02.2022. Beispiele aus der AfA-Tabelle: Pkw 6 Jahre, Büromöbel 13 Jahre.

Degressive Abschreibung, nur befristet

Für bewegliche Wirtschaftsgüter, die du nach dem 30. Juni 2025 und vor dem 1. Januar 2028 kaufst, ist wieder eine degressive Abschreibung möglich: höchstens das Dreifache des linearen Satzes und höchstens 30 Prozent vom jeweiligen Restwert. Ob sich das für dich lohnt, klärst du mit deiner Steuerberatung.
Hand mit Kugelschreiber schreibt Rechnungen auf einen Notizblock, daneben liegt ein Taschenrechner
Beispiel

Wie sieht ein Investitionsplan als Beispiel aus?

Nimm eine erfundene Gründerin, die im Januar eine kleine Reinigungsfirma startet. Sie braucht einen Kombi, Büromöbel, einen Laptop, einen Industriesauger und Kleingeräte. Dazu kommen Reinigungsmittel als Startbestand und einige Gründungskosten. Alles zusammen ergibt rund 30.000 Euro. Die Abschreibung zeigt, welche Kosten jedes Jahr in ihre Rentabilitätsvorschau gehen.

Position (netto)BetragRegelJahr 1Jahr 2Jahr 3
Kombi, neu24.000 €linear, 6 Jahre4.000 €4.000 €4.000 €
Büromöbel1.300 €linear, 13 Jahre100 €100 €100 €
Laptop1.200 €Nutzungsdauer 1 Jahr1.200 €––
Industriesauger650 €GWG, sofort650 €––
Kleingeräte, je unter 250 €400 €sofort400 €––
= Anlagevermögen27.550 €6.350 €4.100 €4.100 €
Reinigungsmittel, Startbestand800 €Umlaufvermögen, Materialkosten
Gewerbeanmeldung, Website und Logo, Steuerberatung zum Start1.950 €Gründungskosten, sofort Kosten
= Investitionsplan gesamt30.300 €

Erfundenes, nachgerechnetes Beispiel einer Reinigungsfirma mit Start im Januar. Preise sind Annahmen, keine Marktwerte. Material und Gründungskosten erscheinen im ersten Jahr als Kosten in der Rentabilitätsvorschau.

Kauft sie den Kombi erst im April, zählen im ersten Jahr nur neun Monate: 3.000 Euro statt 4.000 Euro. Mit degressiver Abschreibung von 30 Prozent wären es bei Kauf im Januar im ersten Jahr 7.200 Euro, im zweiten 5.040 Euro und im dritten 3.528 Euro.

Vorgehen

Wie erstelle ich einen Investitionsplan Schritt für Schritt?

Du erstellst einen Investitionsplan, indem du erst alles sammelst, was du brauchst, dann Preise einholst und zum Schluss Abschreibung und Finanzierung ergänzt. Eine Tabellenkalkulation reicht dafür völlig. Wichtig ist, jede größere Position mit Angebot oder Preisliste belegen zu können und Wunschanschaffungen ehrlich auszusortieren.

  1. 1

    Arbeitsalltag durchgehen

    Was brauchst du in der ersten Woche, um Kunden zu bedienen? Daraus entsteht die Liste.
  2. 2

    Muss oder kann?

    Streiche, was später kommen kann oder sich mieten lässt.
  3. 3

    Preise belegen

    Angebote, Preislisten oder Gebrauchtpreise sammeln, netto eintragen.
  4. 4

    Zeitpunkt festlegen

    Monat der Zahlung notieren. Das braucht der Liquiditätsplan.
  5. 5

    Abschreibung ergänzen

    Nutzungsdauer aus der AfA-Tabelle, Sonderregeln für GWG und Computer prüfen.
  6. 6

    Weiterrechnen

    Summe in den Kapitalbedarfsplan übernehmen und im Finanzierungsplan klären, wie du sie bezahlst.

Die Abschreibungen trägst du als Kosten in die Rentabilitätsvorschau ein. Wie Anschaffungen später in deiner Steuer erscheinen, zeigt Einnahmenüberschussrechnung. Den Rahmen für alle Teile liefert Businessplan erstellen, die Anforderungen der Agentur für Arbeit stehen unter Businessplan für den Gründungszuschuss.

Gut zu wissen

Du willst deine Liste mit jemandem durchgehen, der nachfragt? Welche Wege der Begleitung es gibt, steht unter Gründercoaching.

Aus meiner Praxis

Viele schreiben den Businessplan nur für die Agentur für Arbeit oder die Bank. Am meisten bringt er dir selbst: Beim Durchrechnen fällt auf, wo das Konzept wackelt, bevor es Geld kostet.

– Maximilian Rothenberger, IHK-zertifizierter Gründungsberater

Förderung

Welche Förderung kommt für deine Gründung infrage?

Welche Förderung passt, hängt vor allem davon ab, ob du arbeitsuchend gemeldet bist, Arbeitslosengeld beziehst und was du investieren musst. Über jeden Antrag entscheidet die zuständige Stelle im Einzelfall.

AVGS-Gründungscoaching

Wenn du arbeitsuchend oder arbeitslos gemeldet bist, kann die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein ausstellen. Mit bewilligtem Gutschein ist das Gründungscoaching für dich kostenfrei.

AVGS-Gründercoaching

Gründungszuschuss

Beziehst du Arbeitslosengeld I und hast bei der Gründung noch mindestens 150 Tage Anspruch, kannst du den Gründungszuschuss beantragen. Er ist eine Ermessensleistung und setzt Businessplan und Tragfähigkeitsbescheinigung voraus.

Gründungszuschuss

Förderkredite

Für Investitionen und Betriebsmittel gibt es zinsgünstige Kredite, etwa den ERP-Gründerkredit der KfW über deine Hausbank. Eine Bank erwartet dafür einen schlüssigen Businessplan mit Finanzplan.

KfW-Gründerkredit
So begleite ich dich

Wie läuft das Gründungscoaching mit mir ab?

  1. 1

    Kostenloser Gründungscheck

    In 10 Minuten klären wir, wo du stehst und welcher nächste Schritt für dich sinnvoll ist.

  2. 2

    Förderung klären

    Ich sage dir, ob ein AVGS infrage kommt und wie du ihn bei Agentur für Arbeit oder Jobcenter ansprichst.

  3. 3

    Gemeinsam ausarbeiten

    Geschäftsmodell, Businessplan und Finanzplan, online oder vor Ort, in deinem Tempo.

  4. 4

    Sicher starten

    Du hast vollständige Unterlagen für Bank und Agentur für Arbeit und einen klaren Plan für die ersten Monate.

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FAQ

Häufige Fragen: Investitionsplan erstellen

Gehört die Umsatzsteuer in den Investitionsplan?

Wenn du vorsteuerabzugsberechtigt bist, planst du mit Nettobeträgen, weil du die Umsatzsteuer vom Finanzamt zurückbekommst. Vorfinanzieren musst du sie trotzdem, das gehört in den Liquiditätsplan. Als Kleinunternehmer bekommst du keine Vorsteuer zurück und rechnest deshalb mit den Bruttopreisen.

Kann ich Dinge einbringen, die ich schon besitze?

Ja. Laptop, Werkzeug oder Auto, die du privat besitzt und künftig betrieblich nutzt, kannst du als Einlage in den Betrieb übernehmen. Sie erscheinen dann im Investitionsplan, kosten dich aber kein neues Geld. Mit welchem Wert du sie ansetzt, klärst du am besten mit deiner Steuerberatung.

Kaufen, leasen oder mieten: Was gehört in den Investitionsplan?

In den Investitionsplan gehört nur, was du kaufst. Geleaste oder gemietete Geräte tauchen dort nicht auf, ihre Raten stehen als laufende Kosten in der Rentabilitätsvorschau und im Liquiditätsplan. Leasing schont am Anfang das Kapital, ist über die gesamte Laufzeit aber oft teurer als ein Kauf.

Brauche ich Angebote für jede Investition?

Für größere Posten sind Angebote oder Preislisten sehr sinnvoll, weil Bank und Förderstellen nach der Herkunft deiner Zahlen fragen. Für Kleinteile reicht eine begründete Schätzung. Lege die Belege dem Plan bei oder halte sie bereit.

Was mache ich, wenn eine Investition teurer wird als geplant?

Genau dafür planst du im Kapitalbedarfsplan eine Reserve ein. Wird es deutlich teurer, prüfe gebrauchte Geräte, eine spätere Anschaffung oder Leasing. Bei einem Förderkredit sprichst du Änderungen vorher mit deiner Bank ab, weil das Geld an den beantragten Zweck gebunden ist.

Gilt die Abschreibung auch bei der Einnahmenüberschussrechnung?

Ja. Auch wenn du deinen Gewinn mit der Einnahmenüberschussrechnung ermittelst, setzt du Anschaffungen über 800 Euro netto über die Nutzungsdauer ab. Nur geringwertige Wirtschaftsgüter oder Sammelposten haben eigene Regeln. Wie das in der Praxis aussieht, steht unter Einnahmenüberschussrechnung.

Maximilian Rothenberger

Über den Autor

Maximilian Rothenberger

IHK-zertifizierter Gründungsberater · B.Sc. Wirtschaftspsychologie

Hauptberuflich selbstständig bin ich seit 2019, in der Gründungsberatung seit 2021. Ich kenne Gründung mit ihren Höhen und Rückschlägen aus eigener Erfahrung, und genau das fließt in jede Beratung ein.

Inhalt geprüft am 2.10.2026

Du willst deinen Investitionsplan sauber aufstellen?

In 10 Minuten klären wir, wo du stehst und was bei Businessplan, Finanzierung und Förderung als Nächstes sinnvoll ist. Danach weißt du, ob und wie ich dich begleiten kann.

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Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts‑, Steuer‑ oder Finanzberatung. FoundingFits bietet keine Rechtsberatung oder Steuerberatung an. Für verbindliche Auskünfte wende dich bitte an eine Steuerberatung, eine Anwaltskanzlei oder eine andere zuständige Beratungsstelle. Alle Angaben ohne Gewähr.