Selbstständig als Elektriker: Voraussetzungen, Kosten & Förderung

Von Maximilian Rothenberger, IHK-zertifizierter Gründungsberater · geprüft am 1.10.2026

Du kannst dein Handwerk. Den Weg zum eigenen Betrieb gehe ich mit dir: Meisterfrage, Kosten und Förderung, Schritt für Schritt.

  • Kein Meisterbrief? Es gibt anerkannte Wege, zum Beispiel die Altgesellenregelung.
  • Wenig Startkapital? Für den KfW-Gründerkredit brauchst du kein Eigenkapital.
  • Keine Lust auf Papierkram? Businessplan, Finanzplan und Anträge erarbeite ich mit dir.
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Selbstständiger Elektriker vor seinem Firmenfahrzeug mit Werkzeug und Klemmbrett

Kurz gesagt

Für einen eigenen Elektrobetrieb brauchst du die Eintragung in die Handwerksrolle, meist mit Meisterbrief, und für Arbeiten an Kundenanlagen die Eintragung beim Netzbetreiber. Für den Start mit Fahrzeug, Werkzeug und Messtechnik planst du grob 25.000 bis 40.000 Euro ein. Bist du arbeitsuchend gemeldet, kann ein AVGS-Gründungscoaching die Vorbereitung übernehmen, ohne dass es dich etwas kostet.

Zulassungspflichtig

Elektrotechnik steht in Anlage A der Handwerksordnung. Ohne Eintragung in die Handwerksrolle kein eigener Betrieb.

Netzbetreiber

Für Arbeiten an Anlagen hinter dem Hausanschluss brauchst du zusätzlich die Eintragung ins Installateurverzeichnis.

Startkapital

Rund 25.000 bis 40.000 Euro. Den größten Teil macht das Fahrzeug aus.

Wachstumsfelder

Photovoltaik, Wallboxen und Gebäudeautomation bringen die besten Stundensätze.

Handwerksordnung

Brauche ich als Elektriker einen Meister, um mich selbstständig zu machen?

In der Regel ja. Das Elektrotechniker-Handwerk steht in Anlage A der Handwerksordnung und ist damit zulassungspflichtig. Für die Eintragung in die Handwerksrolle brauchst du einen Meisterbrief oder eine gleichwertige Qualifikation. Ohne eigenen Meister gibt es mehrere anerkannte Wege, die die Handwerkskammer im Einzelfall prüft.

WegVoraussetzungPasst für
MeisterbriefMeisterprüfung im Elektrotechniker-Handwerkden klassischen Weg
Gleichwertiger Abschluss (§ 7 HwO)z. B. Ingenieurstudium oder Techniker in passender FachrichtungQuereinsteiger mit Studium oder Technikerschule
Altgesellenregelung (§ 7b HwO)mindestens 6 Jahre als Geselle, davon 4 in leitender Stellungerfahrene Gesellen
Ausnahmebewilligung (§ 8 HwO)Nachweis meistergleicher Kenntnisse im EinzelfallSonderfälle
Betriebsleiterein angestellter Elektromeister übernimmt die technische LeitungGründer ohne eigene Qualifikation

Gut zu wissen

Ob dein Weg passt, entscheidet die Handwerkskammer. Ein kurzer Anruf dort, bevor du planst, spart dir Zeit und Umwege.
Elektromeisterin prüft mit dem Messgerät die Verdrahtung eines Zählerschranks im Hausanschlussraum
Netzbetreiber

Was ist das Installateurverzeichnis und brauche ich die Eintragung?

Anlagen hinter dem Hausanschluss darf nur ein Unternehmen errichten oder wesentlich ändern, das im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist. So regelt es die Niederspannungsanschlussverordnung. Ohne Eintragung kannst du zum Beispiel keinen neuen Zählerplatz anmelden. Für die meisten Elektrobetriebe ist sie deshalb genauso wichtig wie die Handwerksrolle.

Der Netzbetreiber prüft vor der Eintragung, ob du fachlich qualifiziert bist und die nötigen Mess- und Prüfgeräte hast. Halte dafür Handwerkskarte, Qualifikationsnachweis und eine Liste deiner Messgeräte bereit.

Plane die Eintragung früh ein. Erst wenn sie steht, kannst du Aufträge wie Neubauten, Zählerumbauten oder Wallboxen vollständig selbst abwickeln.

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Schritt für Schritt

Welche Schritte führen zum eigenen Elektrobetrieb?

Die Reihenfolge ist wichtiger als das Tempo. Zuerst kommen Konzept und Finanzierung, dann die Eintragung bei Handwerkskammer und Netzbetreiber, danach Gewerbeamt, Finanzamt und Versicherungen. Wer den Gründungszuschuss nutzen will, stellt den Antrag, bevor er die Selbstständigkeit aufnimmt. Sonst kann der Anspruch verloren gehen.

  1. 1

    Konzept und Businessplan

    Zielgruppe, Spezialisierung, Stundensatz und Finanzplan festlegen. Wie das geht, steht unter Businessplan erstellen.
  2. 2

    Finanzierung klären

    Förderung und Kredit vor dem Start beantragen, nicht danach.
  3. 3

    Handwerksrolle

    Eintragung bei der Handwerkskammer. Du erhältst die Handwerkskarte.
  4. 4

    Gewerbe und Finanzamt

    Gewerbe anmelden und innerhalb eines Monats den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung über ELSTER einreichen. Details unter Gewerbe anmelden.
  5. 5

    Installateurverzeichnis

    Eintragung beim Netzbetreiber in deinem Arbeitsgebiet beantragen.
  6. 6

    Versicherungen und BG

    Betriebshaftpflicht abschließen und den Betrieb innerhalb einer Woche bei der BG ETEM anmelden.
Startkapital

Was kostet die Gründung als Elektriker?

Für einen professionellen Start mit eigenem Transporter rechnest du mit etwa 25.000 bis 40.000 Euro. Den größten Posten macht das Fahrzeug aus, danach folgen Werkzeug und Messtechnik. Wer ein Fahrzeug least oder gebraucht kauft, senkt den Kapitalbedarf am Anfang deutlich.

KostenpositionBetrag
Werkzeug und Maschinen3.000 – 5.000 €
Mess- und Prüfgeräte2.000 – 4.000 €
Transporter mit Regalsystem15.000 – 25.000 €
Büro und Handwerkersoftware1.500 – 2.500 €
Website, Logo, erste Werbung1.500 – 3.000 €
Gründungskosten (Kammer, Gewerbeamt)300 – 1.000 €
Gesamtrund 25.000 – 40.000 €

Richtwerte. Sie hängen von Region, Spezialisierung und Neu- oder Gebrauchtkauf ab.

Rechne zusätzlich drei bis sechs Monate Lebenshaltung ein, bis die ersten Rechnungen bezahlt sind. Wie du das sauber planst, zeigt der Finanzplan.

Ausgebauter Transporter eines Elektrikers mit Kabeltrommeln und Sortimentskästen, der größte Kostenposten
Stundensatz

Welchen Stundensatz sollte ich als selbstständiger Elektriker nehmen?

Dein Satz muss mehr decken als deinen Lohn: Fahrzeug, Versicherungen, Büroarbeit, Urlaub, Krankheit und Rücklagen. Viele Betriebe liegen je nach Region und Spezialisierung grob zwischen 65 und 95 Euro netto. Rechne deinen Mindestsatz trotzdem selbst aus, statt dich nur an anderen zu orientieren.

  • Jahreskosten des Betriebs plus gewünschtes Einkommen plus Steuern und Vorsorge ergeben dein Jahresziel.
  • Abrechenbar sind oft nur 1.000 bis 1.300 Stunden im Jahr, weil Fahrten, Angebote und Büro nicht bezahlt werden.
  • Jahresziel geteilt durch abrechenbare Stunden ergibt deinen Mindeststundensatz.

Rentenversicherung einplanen

Bist du mit deiner eigenen Qualifikation in die Handwerksrolle eingetragen, bist du in der Regel für die ersten 18 Jahre rentenversicherungspflichtig. Der Beitrag gehört von Anfang an in die Kalkulation.
Spezialisierung

Welche Spezialisierung lohnt sich für Elektriker?

Den meisten Spielraum bei den Preisen hast du dort, wo die Nachfrage hoch und das Angebot knapp ist. Dazu zählen Photovoltaik mit Speicher, Ladestationen für E-Autos und Gebäudeautomation. Wer sich in einem dieser Felder einen Namen macht, muss weniger über den Preis verkaufen und wird öfter weiterempfohlen.

Photovoltaik und Speicher

Planung, Montage und Wartung von Solaranlagen, oft zusammen mit einem Dachdecker.

Wallboxen und Ladepunkte

Private und gewerbliche Ladestationen, häufig mit Anmeldung beim Netzbetreiber.

Smart Home

Vernetzung von Licht, Heizung und Sicherheitstechnik in Neubau und Sanierung.
Absicherung

Welche Versicherungen brauche ich als selbstständiger Elektriker?

Unverzichtbar ist die Betriebshaftpflicht, weil Fehler an elektrischen Anlagen schnell zu Brand- oder Personenschäden führen. Dazu kommt die Pflichtanmeldung bei der Berufsgenossenschaft BG ETEM. Je nach Betrieb sinnvoll sind eine Versicherung für Werkzeug und Fahrzeuginhalt sowie ein Schutz für den Fall, dass du deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst.

AbsicherungPflicht?Wofür
Betriebshaftpflichtpraktisch unverzichtbarSchäden bei Kunden, etwa nach einem Kurzschluss
BG ETEMPflicht für den BetriebArbeitsunfälle; für dich als Inhaber nach Satzung oder freiwillig
KrankenversicherungPflichtgesetzlich freiwillig oder privat
RentenversicherungPflicht für eingetragene HandwerkerAltersvorsorge, die ersten 18 Jahre
Werkzeug- und InhaltsversicherungfreiwilligDiebstahl aus Fahrzeug oder Lager

Einen Überblick über alle Policen für Gründer findest du unter Versicherungen für Selbstständige. Mehr zu anderen Gewerken steht unter Selbstständig im Handwerk.

Aus meiner Praxis

Bevor es um Zahlen geht, kläre ich mit dir, ob dein Handwerk zulassungspflichtig ist. Davon hängt ab, ob du einen Meister oder eine Ausnahmebewilligung brauchst.

– Maximilian Rothenberger, IHK-zertifizierter Gründungsberater

Förderung

Welche Förderung kommt für deine Gründung infrage?

Welche Förderung passt, hängt vor allem davon ab, ob du arbeitsuchend gemeldet bist, Arbeitslosengeld beziehst und was du investieren musst. Über jeden Antrag entscheidet die zuständige Stelle im Einzelfall.

Welche Förderung passt zu dir?Der Gründungsnavigator zeigt es dir in 2 Minuten, kostenlos und ohne Anmeldung.

AVGS-Gründungscoaching

Wenn du arbeitsuchend oder arbeitslos gemeldet bist, kann die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein ausstellen. Mit bewilligtem Gutschein ist das Gründungscoaching für dich kostenfrei.

AVGS-Gründercoaching

Gründungszuschuss

Beziehst du Arbeitslosengeld I und hast bei der Gründung noch mindestens 150 Tage Anspruch, kannst du den Gründungszuschuss beantragen. Er ist eine Ermessensleistung und setzt Businessplan und Tragfähigkeitsbescheinigung voraus.

Gründungszuschuss

Förderkredite

Für Investitionen und Betriebsmittel gibt es zinsgünstige Kredite, etwa den ERP-Gründerkredit der KfW über deine Hausbank. Eine Bank erwartet dafür einen schlüssigen Businessplan mit Finanzplan.

KfW-Gründerkredit

Für Handwerker gibt es zusätzlich Programme der Länder, etwa Meistergründungsprämien. Ob es so etwas in deinem Bundesland gibt und in welcher Höhe, erfährst du bei deiner Handwerkskammer.

Der ERP-Gründerkredit StartGeld der KfW finanziert laut KfW bis zu 200.000 Euro, Eigenkapital ist dafür nicht erforderlich (Stand Februar 2026). Mehr dazu unter KfW-Gründerkredit.

So begleite ich dich

Wie läuft das Gründungscoaching mit mir ab?

  1. 1

    Kostenloser Gründungscheck

    In 10 Minuten siehst du, wo du stehst und welcher nächste Schritt für dich sinnvoll ist.

  2. 2

    Förderung klären

    Ich sage dir, ob ein AVGS infrage kommt und wie du ihn bei Agentur für Arbeit oder Jobcenter ansprichst.

  3. 3

    Gemeinsam ausarbeiten

    Geschäftsmodell, Businessplan und Finanzplan, online oder vor Ort, in deinem Tempo.

  4. 4

    Sicher starten

    Du hast vollständige Unterlagen für Bank und Agentur für Arbeit und einen klaren Plan für die ersten Monate.

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FAQ

Häufige Fragen: Selbstständig als Elektriker

Darf ich mich als Elektriker ohne Meister selbstständig machen?

Ja, es gibt Wege ohne eigenen Meisterbrief: die Altgesellenregelung nach § 7b HwO (6 Jahre Berufserfahrung, davon 4 in leitender Stellung), eine Ausnahmebewilligung nach § 8 HwO oder einen angestellten Elektromeister als Betriebsleiter. Ob dein Weg passt, entscheidet die Handwerkskammer.

Muss ich Mitglied der Handwerkskammer werden?

Ja. Für ein zulassungspflichtiges Handwerk wie die Elektrotechnik brauchst du die Eintragung in die Handwerksrolle, bevor du selbstständig arbeitest. Damit bist du Pflichtmitglied der Handwerkskammer und zahlst einen Beitrag, der sich nach deinem Gewinn richtet.

Kann ich als Elektriker nebenberuflich starten?

Ja, aber auch nebenberuflich brauchst du für zulassungspflichtige Arbeiten die Eintragung in die Handwerksrolle. Informiere außerdem deinen Arbeitgeber und prüfe, was dein Arbeitsvertrag zu Nebentätigkeiten sagt.

Bin ich als selbstständiger Elektriker rentenversicherungspflichtig?

Wenn du mit deiner eigenen Qualifikation in die Handwerksrolle eingetragen bist, in der Regel ja. Die Pflicht gilt für die ersten 18 Jahre, danach kannst du dich befreien lassen. Den Beitrag solltest du von Anfang an im Finanzplan berücksichtigen.

Bekomme ich als Elektriker den Gründungszuschuss?

Wenn du Arbeitslosengeld I beziehst und bei der Gründung noch mindestens 150 Tage Anspruch hast, kannst du ihn beantragen. Er ist eine Ermessensleistung. Du brauchst einen Businessplan und eine Tragfähigkeitsbescheinigung, und der Antrag muss vor dem Start gestellt sein.

Kann ich das Gründungscoaching kostenlos bekommen?

Wenn du arbeitsuchend oder arbeitslos gemeldet bist, kann die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter einen AVGS für ein Gründungscoaching ausstellen. Dann übernimmt die Förderung die Kosten. Im Erstgespräch kläre ich mit dir, wie du den Gutschein ansprichst.

Wie hoch sollte mein Stundensatz als Elektriker sein?

Viele Betriebe liegen je nach Region und Spezialisierung grob zwischen 65 und 95 Euro netto. Entscheidend ist dein eigener Mindestsatz: Jahreskosten plus gewünschtes Einkommen, geteilt durch die Stunden, die du wirklich abrechnen kannst.

Maximilian Rothenberger

Über den Autor

Maximilian Rothenberger

IHK-zertifizierter Gründungsberater · B.Sc. Wirtschaftspsychologie

Seit 2021 habe ich rund 50 Gründungsvorhaben begleitet, als Dozent und Coach seit 2016 über 10.000 Menschen unterrichtet und gecoacht. Ich kenne Gründung mit ihren Höhen und Rückschlägen aus eigener Erfahrung, und genau das fließt in jede Beratung ein.

Inhalt geprüft am 1.10.2026

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In 10 Minuten bekommst du Klarheit, wo du stehst und was bei Businessplan, Finanzierung und Förderung als Nächstes sinnvoll ist. Danach weißt du, ob und wie ich dich begleiten kann.

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Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts‑, Steuer‑ oder Finanzberatung. FoundingFits bietet keine Rechtsberatung oder Steuerberatung an. Für verbindliche Auskünfte wende dich bitte an eine Steuerberatung, eine Anwaltskanzlei oder eine andere zuständige Beratungsstelle. Alle Angaben ohne Gewähr.