Musiklabel gründen:Verträge, GVL & Vertrieb

Du hörst Talente, bevor andere sie entdecken. Den Weg zum eigenen Label gehen wir gemeinsam: Verträge, Rechte und Finanzplan, Schritt für Schritt.

  • Wenig Startkapital? GVL-Vertrag und Labelcode sind kostenlos. Starten kannst du klein.
  • Angst vor Verträgen? Du lernst die Vertragsarten vorab kennen. Prüfen lässt du sie anwaltlich.
  • Keine Lust auf Papierkram? Businessplan, Finanzplan und Anmeldungen machen wir zusammen.
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Zwei Personen mit Kopfhörern hören in einem kleinen Label-Büro eine Aufnahme an, im Regal Schallplatten

Kurz gesagt

Ein Musiklabel gründest du in der Regel als Gewerbe, weil du Aufnahmen herstellst und verwertest. Als Tonträgerhersteller schließt du kostenlos einen Vertrag mit der GVL und bekommst dort deinen Labelcode. Den Code für ISRC-Nummern vergibt in Deutschland der Bundesverband Musikindustrie. Dazu kommen Verträge mit Künstlern, ein Vertrieb für Streaming und Handel und die Künstlersozialabgabe auf Honorare an selbstständige Künstler.

Gewerbe

Ein Label stellt Aufnahmen her und verwertet sie. Das ist in der Regel gewerblich.

Künstlerverträge

Künstlervertrag, Bandübernahme oder Lizenz: Wer welche Rechte und Kosten trägt, steht im Vertrag.

GVL, LC und ISRC

Labelcode kostenlos bei der GVL, ISRC-Code über den Bundesverband Musikindustrie oder deinen Vertrieb.

Vertrieb

Ein digitaler Vertrieb bringt deine Releases in Streamingdienste und Shops, ein physischer in den Handel.

Labelarten

Welche Arten von Musiklabels gibt es?

Labels unterscheiden sich vor allem darin, wie viel sie selbst übernehmen. Manche Künstler gründen ein Label nur für eigene Veröffentlichungen. Ein Independent-Label nimmt fremde Künstler unter Vertrag und finanziert Aufnahmen. Andere bieten nur Dienstleistungen wie Vertrieb und Promotion an. Je mehr du finanzierst, desto mehr Rechte und Risiko liegen bei dir.

ModellWas das Label machtRisiko
Eigenes KünstlerlabelVeröffentlicht nur die eigene Musikgering, Kosten trägst du ohnehin
Independent-LabelNimmt Künstler unter Vertrag, finanziert Aufnahmen, Promotion und Vertriebhoch, Vorleistung oft vor den ersten Einnahmen
Label-ServicesVertrieb, Promotion, Abrechnung gegen Provision oder Honorar, Rechte bleiben beim Künstlermittel
Sublabel oder ImprintEigene Marke innerhalb eines bestehenden Labelsje nach Vertrag mit dem Partner

Startest du als DJ mit eigenen Tracks, klärt DJ-Gewerbe anmelden zuerst die Anmeldung. Willst du Aufnahmen selbst produzieren und auch für andere anbieten, lies Tonstudio eröffnen.

Anmeldung und Rechtsform

Muss ich für ein Label ein Gewerbe anmelden?

In der Regel ja. Ein Label stellt Tonträger her, verwertet Rechte und verkauft Musik. Das ist keine freiberufliche, sondern eine gewerbliche Tätigkeit. Du meldest das Gewerbe beim Gewerbeamt an und reichst innerhalb eines Monats den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung über ELSTER ein. Mit Partnern oder Investoren lohnt der Blick auf eine Gesellschaft.

RechtsformHaftungPasst für
Einzelunternehmenmit PrivatvermögenEinsteiger, eigenes Künstlerlabel
GbRalle Gesellschafter persönlichLabel mit Partnern; Gesellschaftsvertrag regelt Geld, Rechte und Ausstieg
UG oder GmbHauf das Gesellschaftsvermögen beschränktLabel mit Vorschüssen, Personal oder Investoren

Bist du selbst Musiker, trenne das Label von deiner künstlerischen Arbeit. Gewerbliche Einnahmen können sonst auch deine freiberuflichen Gagen gewerblich machen. Der Bundesfinanzhof lässt kleine Beträge außen vor, bis 3 % der Gesamtumsätze und höchstens 24.500 Euro im Jahr. Mehr zur Haftungsbeschränkung steht unter UG gründen.

Künstlerverträge

Welche Verträge schließt ein Label mit Künstlern?

Das hängt davon ab, wer die Aufnahme bezahlt und wem sie gehört. Beim klassischen Künstlervertrag produziert das Label und erhält die Rechte an den Aufnahmen. Beim Bandübernahmevertrag liefert der Künstler die fertige Aufnahme. Bei Lizenz- oder Vertriebsverträgen behält er die Rechte. Beteiligungen, Laufzeit und Territorium gehören immer schriftlich in den Vertrag.

VertragWer produziertRechte an der Aufnahme
Künstlervertrag (exklusiv)Labelbeim Label, Künstler erhält Beteiligung
BandübernahmevertragKünstlerwerden dem Label übertragen oder eingeräumt
LizenzvertragKünstler oder anderes Labelbleiben beim Lizenzgeber, Label nutzt sie befristet
VertriebsvertragKünstler oder Labelbleiben beim Rechteinhaber, Vertrieb erhält Anteil oder Gebühr
  • Beteiligung: Prozentsatz, Berechnungsgrundlage und Abrechnungsintervall
  • Vorschüsse und ob sie mit späteren Einnahmen verrechnet werden
  • Laufzeit, Anzahl der Alben oder Singles, Territorium
  • Rückfall der Rechte, wenn das Label eine Aufnahme nicht veröffentlicht

Musterverträge aus dem Internet passen selten genau. Lass Verträge mit Vorschüssen oder langer Laufzeit anwaltlich prüfen.

Labelchefin bespricht im Tonstudio mit einer jungen Sängerin die Zusammenarbeit
GVL

Was macht die GVL für ein Label?

Die GVL vertritt Tonträgerhersteller und zahlt ihnen Geld aus, wenn ihre Aufnahmen im Radio, im Fernsehen oder öffentlich gespielt werden. Dafür schließt du online einen Wahrnehmungsvertrag. Der Vertrag und der Labelcode sind kostenlos. Hersteller ist in der Regel, wer die Aufnahme organisatorisch und wirtschaftlich verantwortet, nicht das Tonstudio.

Nach § 85 UrhG hat der Tonträgerhersteller das ausschließliche Recht, die Aufnahme zu vervielfältigen, zu verbreiten und öffentlich zugänglich zu machen, etwa im Stream. Das Recht gilt 70 Jahre nach dem Erscheinen der Aufnahme. Es steht neben den Rechten der Urheber und der ausübenden Künstler.

Beispiel

Dein Label finanziert die Aufnahme einer Band. Läuft der Song im Radio, erhält die GEMA Geld für Komponisten und Texter, die GVL für die Musiker und für dein Label als Hersteller.
GEMA

Braucht ein Label die GEMA?

Als Mitglied nicht unbedingt, denn die GEMA vertritt Urheber und Musikverlage, keine Labels. Als Nutzer aber oft: Wer CDs oder Vinyl mit Songs von GEMA-Mitgliedern pressen lässt, braucht vorher eine Lizenz für die Vervielfältigung. Verlegst du die Songs deiner Künstler zusätzlich, kannst du als Musikverlag Mitglied der GEMA werden.

RolleVerwertungsgesellschaft
Komponisten, Textdichter, MusikverlageGEMA
Sänger, InstrumentalistenGVL
Tonträgerhersteller, also dein LabelGVL
Pressung von CDs oder Vinylvor der Herstellung Lizenz der GEMA, ohne GEMA-Werke eine Freistellung

Streams lizenzieren in der Regel die Plattformen. Beträge und Tarife stehen bei der GEMA. Quellen zur Pressung: gema.de, presswerk.de, flight13-duplication.com.

Codes

Was sind ISRC und Labelcode?

Der ISRC ist die eindeutige Nummer einer einzelnen Aufnahme. Über ihn werden Streams, Sendungen und Ausschüttungen zugeordnet. Den Code für deine ISRC-Nummern vergibt in Deutschland der Bundesverband Musikindustrie, viele kleine Labels nutzen die ISRCs ihres Vertriebs. Der Labelcode kennzeichnet dein Label und wird von der GVL dauerhaft vergeben.

CodeKennzeichnetBekommst du bei
ISRCeine einzelne AufnahmeBundesverband Musikindustrie oder über deinen Vertrieb
Labelcode (LC)dein Label, bei neuen Labels sechsstellige NummerGVL, kostenlos mit Wahrnehmungsvertrag
Barcode (EAN/GTIN)das Produkt, etwa Single, Album, Vinylmeist über den Vertrieb

Angaben zum Labelcode laut gvl.de, zum ISRC laut musikindustrie.de, Stand Oktober 2026.

Vertrieb

Wie kommt meine Musik in Streaming und Handel?

Über einen Vertrieb. Ein digitaler Vertrieb liefert deine Releases an Streamingdienste und Downloadshops und rechnet die Einnahmen mit dir ab. Er arbeitet gegen Provision, feste Gebühr oder beides. Ein physischer Vertrieb bringt CDs und Vinyl in den Handel. Vergleiche Laufzeit, Abrechnung, Rechte und Kündigung, bevor du dich bindest.

  • Provision oder Pauschale: Was bleibt bei deinen geplanten Streams wirklich übrig?
  • Rechte: Erhält der Vertrieb nur ein Vertriebsrecht oder auch weitere Rechte?
  • Abrechnung: wie oft, mit welchen Berichten, wie lange bis zur Auszahlung?
  • Kündigung: Wie schnell kannst du mit deinem Katalog wechseln?

Sitzt dein Vertrieb im Ausland, rechnest du deine Leistung an ihn als Unternehmer in der Regel ohne deutsche Umsatzsteuer ab, die Steuer schuldet der Empfänger. Wie du Einnahmen und Umsatzsteuer sauber trennst, steht unter Umsatzsteuer für Selbstständige.

Schallplatten werden im Lager eines kleinen Musiklabels für den Versand an den Handel verpackt
Künstlersozialabgabe

Muss mein Label Künstlersozialabgabe zahlen?

Ja, Unternehmen, die bespielte Tonträger herstellen, gehören nach § 24 KSVG zu den typischen Abgabepflichtigen. Du zahlst die Abgabe auf Honorare, die du an selbstständige Künstler, Produzenten oder Grafiker zahlst. 2026 sind es 4,9 Prozent. Du meldest dich bei der Künstlersozialkasse und meldest die Honorare einmal im Jahr für das Vorjahr.

Zahlung anKünstlersozialabgabe
Selbstständige Musiker, Produzenten, Grafiker, Fotografenja, auf das Honorar
Künstler-GmbH oder -UGnein
Angestelltenein, für sie zahlst du normale Sozialbeiträge
Gesondert ausgewiesene Umsatzsteuerzählt nicht zur Bemessung

Abgabesatz 4,9 % für 2026. Einzelheiten bei der Künstlersozialkasse.

Wer selbst als Künstler versichert werden will, findet die Voraussetzungen unter Als Musiker selbstständig machen. Den Labelnamen schützt du über Marke anmelden.

Betreiber eines Musiklabels heftet Honorarbelege für die Künstlersozialabgabe im Studiobüro ab

Aus meiner Praxis

Gewinn ist nicht gleich Geld auf dem Konto. Rechnungen werden oft erst nach Wochen bezahlt, Material und Miete sind sofort fällig. Deshalb plane ich mit Gründern immer einen Liquiditätsplan Monat für Monat.

– Maximilian Rothenberger, IHK-zertifizierter Gründungsberater

Förderung

Welche Förderung kommt für deine Gründung infrage?

Welche Förderung passt, hängt vor allem davon ab, ob du arbeitsuchend gemeldet bist, Arbeitslosengeld beziehst und was du investieren musst. Über jeden Antrag entscheidet die zuständige Stelle im Einzelfall.

AVGS-Gründungscoaching

Wenn du arbeitsuchend oder arbeitslos gemeldet bist, kann die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein ausstellen. Mit bewilligtem Gutschein ist das Gründungscoaching für dich kostenfrei.

AVGS-Gründercoaching

Gründungszuschuss

Beziehst du Arbeitslosengeld I und hast bei der Gründung noch mindestens 150 Tage Anspruch, kannst du den Gründungszuschuss beantragen. Er ist eine Ermessensleistung und setzt Businessplan und Tragfähigkeitsbescheinigung voraus.

Gründungszuschuss

Förderkredite

Für Investitionen und Betriebsmittel gibt es zinsgünstige Kredite, etwa den ERP-Gründerkredit der KfW über deine Hausbank. Eine Bank erwartet dafür einen schlüssigen Businessplan mit Finanzplan.

KfW-Gründerkredit
So begleite ich dich

Wie läuft das Gründungscoaching mit mir ab?

  1. 1

    Kostenloser Gründungscheck

    In 10 Minuten klären wir, wo du stehst und welcher nächste Schritt für dich sinnvoll ist.

  2. 2

    Förderung klären

    Ich sage dir, ob ein AVGS infrage kommt und wie du ihn bei Agentur für Arbeit oder Jobcenter ansprichst.

  3. 3

    Gemeinsam ausarbeiten

    Geschäftsmodell, Businessplan und Finanzplan, online oder vor Ort, in deinem Tempo.

  4. 4

    Sicher starten

    Du hast vollständige Unterlagen für Bank und Agentur für Arbeit und einen klaren Plan für die ersten Monate.

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FAQ

Häufige Fragen: Musiklabel gründen

Kann ich als Musiker mein eigenes Label gründen?

Ja, viele Künstler veröffentlichen über ein eigenes Label. Beachte, dass das Label in der Regel gewerblich ist, deine Musik aber freiberuflich sein kann. Halte beide Bereiche getrennt, damit die gewerblichen Einnahmen nicht auf deine künstlerischen abfärben. Wie das am besten aufgesetzt wird, klärst du mit deiner Steuerberatung.

Was kostet die Gründung eines Musiklabels?

Die Formalitäten sind günstig. GVL-Vertrag und Labelcode sind kostenlos. Ein eigener ISRC-Code beim Bundesverband Musikindustrie kostet einmalig 250 Euro, für Mitglieder bestimmter Verbände weniger, die Gewerbeanmeldung eine Gebühr je nach Gemeinde. Das Geld steckt in Aufnahmen, Mix und Mastering, Artwork, Promotion und gegebenenfalls Pressung. Rechne außerdem damit, dass Einnahmen aus Streaming erst Monate nach der Veröffentlichung fließen.

Sollte ich den Namen meines Labels schützen lassen?

Das ist sinnvoll, sobald du in den Namen investierst. Prüfe vor dem Start, ob es den Namen schon als Marke oder Label gibt, sonst drohen Abmahnungen. Eine eigene Marke beim DPMA schützt dich davor, dass andere ihn nutzen.

Wie verdient ein Label Geld?

Mit Verkäufen und Streams der Aufnahmen, Lizenzen für Film, Werbung und Spiele, Ausschüttungen der GVL und, wenn du auch verlegst, der GEMA. Dazu kommen Einnahmen aus Vinyl, Merchandise oder Konzerten, je nachdem, was dein Vertrag mit den Künstlern vorsieht. Von diesen Einnahmen zahlst du die vereinbarten Beteiligungen an die Künstler.

Kann ich ein Label nebenberuflich gründen?

Ja, viele Labels starten neben einem Job oder neben der eigenen Musik. Rechtlich gelten die gleichen Pflichten wie hauptberuflich. Kläre mit deinem Arbeitgeber, was dein Arbeitsvertrag zu Nebentätigkeiten sagt, und plane realistisch, wie viel Zeit Promotion und Abrechnung kosten.

Kann ich das Gründungscoaching kostenlos bekommen?

Wenn du arbeitsuchend oder arbeitslos gemeldet bist, kann die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter einen AVGS für ein Gründungscoaching ausstellen. Mit bewilligtem Gutschein ist das Coaching für dich kostenfrei. Im Erstgespräch kläre ich mit dir, wie du den Gutschein ansprichst.

Maximilian Rothenberger

Über den Autor

Maximilian Rothenberger

IHK-zertifizierter Gründungsberater · B.Sc. Wirtschaftspsychologie

Hauptberuflich selbstständig bin ich seit 2019, in der Gründungsberatung seit 2021. Ich kenne Gründung mit ihren Höhen und Rückschlägen aus eigener Erfahrung, und genau das fließt in jede Beratung ein.

Inhalt geprüft am 3.10.2026

Du willst dein eigenes Musiklabel gründen?

In 10 Minuten klären wir, wo du stehst und was bei Businessplan, Finanzierung und Förderung als Nächstes sinnvoll ist. Danach weißt du, ob und wie ich dich begleiten kann.

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Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts‑, Steuer‑ oder Finanzberatung. FoundingFits bietet keine Rechtsberatung oder Steuerberatung an. Für verbindliche Auskünfte wende dich bitte an eine Steuerberatung, eine Anwaltskanzlei oder eine andere zuständige Beratungsstelle. Alle Angaben ohne Gewähr.